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14. Dezember 2017 | 05:32 Uhr

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erstellt am 07.Mai.2010 | 06:52 Uhr

Für welches Brandenburger Thema setzen Sie sich derzeit in Brüssel ein - und wie?
Glante:
Als brandenburgischer Europaabgeordneter muss ich die Balance zwischen europäischer Politik und Politik für Brandenburg halten. Viele der Gesetze, die wir in Brüssel und Straßburg beschließen, haben direkte Auswirkungen auf unser Land. Momentan bin ich Berichterstatter im Industrieausschuss für das europäische Erdbeobachtungssystem GMES. In Brandenburg sitzen die einzigen privaten Unternehmen in Deutschland, die Anwendungen für GMES entwickeln und durch dieses Programm gewonnene Daten für Nutzer aufbereiten und weiterverarbeiten.

Die EU ist bemüht, wirtschaftliche und soziale Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten auszugleichen. Mit der neuen Förderperiode ab 2013 wird das noch deutlicher werden. Gerät Brandenburg angesichts weit schlechter gestellter Regionen damit in den Hintergrund?

Die EU ist eine Solidargemeinschaft, die auf die Hilfe der Stärkeren für die Schwächeren aufbaut. So wie im Länderfinanzausgleich in Deutschland durch die Vereinigung manche westdeutsche Bundesländer weniger Transferleistungen bekommen und ostdeutsche Länder stärker gefördert werden, verlagert sich durch die EU-Erweiterung künftig die europäische Finanzhilfe in der logischen Konsequenz zunehmend auf ärmere Regionen. Das ist angewandte europäische Solidarität, und diese sichert unsere Absatzmärkte und damit auch Arbeitsplätze in Brandenburg. Nur Kunden, die zahlen können, werden und bleiben Kunden.

Die CCS-Technologie (Abscheiodung und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid) ist gerade in Brandenburg sehr umstritten, könnte aber auch ein Modell sein, das später europaweit praktiziert wird. Wie beurteilen Sie es aus EU-Sicht?

Die EU hat sich im Kampf gegen den Klimawandel das Ziel gesetzt, die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 20 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Um dies zu erreichen, sind große Anstrengungen und eine Vielzahl von Maßnahmen nötig. CCS ist ein Teil dieses Maßnahmenbündels, da gleichzeitig die Energienachfrage steigt.

Parallel zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien wird die Kohleverstromung noch eine Weile von großer Bedeutung in der Welt und auch in Europa sein. Daher muss Energiegewinnung aus Kohle umweltfreundlicher werden. Hier entwickelt sich ein großer Markt für technologisch modernisierte Anlagen, ist CCS doch auch für die chemische und Zementindustrie und andere große CO2-Emitenten relevant.

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