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17. August 2017 | 04:02 Uhr

Lübz : Diese Hände bewegen Europa

vom

Europa durch kreative Ideen lebenswerter gestalten - mit dieser Aufgabe hatten sich Studenten der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie drei Wochen lang befasst.

Europa durch kreative Ideen lebenswerter gestalten - mit dieser Aufgabe hatten sich Studenten der Europäischen Wirtschafts- und Sprachenakademie (EWS, Rostock) drei Wochen lang befasst. Am Lübzer Eldenburg-Gymnasium stellten sie an zwei Tagen ihr Projekt vor und bezogen die Schüler aktiv in die Präsentation ein.

"Besteht Europa nicht aus vielen einzelnen Ländern, die nebeneinander her leben, statt eine große Gemeinschaft zu bilden?" Diese provokativ gestellte Frage regte zu einem lebhaften Meinungsaustausch an. Gespräche in Kleingruppen förderten einen reichen Erfahrungsschatz zutage: "Über Erlebnisse im Ausland oder mit Ausländern kann fast jeder berichten", weiß Lisa Kirchhoff, Ansprechpartnerin der Projektgruppe. Als Meinungen wie "Italiener sind arbeitsscheu", "Franzosen trinken Rotwein" oder "Polen klauen" zitiert wurden, arbeiteten die Gymnasiasten unter Anleitung der Studenten heraus, wie Vorurteile entstehen und wie man sie überwinden kann. Die Schüler sahen sich ihrerseits aber auch mit Vorurteilen konfrontiert, denen Deutsche im Ausland ausgeliefert sind: "Deutsche trinken Bier und essen Eisbein mit Sauerkraut".

Die 50 Zehntklässler bildeten zwei Gruppen, jeder Schüler erhielt zehn Steine. Pro Gruppe waren fünf Farben vertreten - laut Lisa Kirchhoff "als Sinnbild für die Vielzahl der Vorurteile". Mit geschlossenen Augen bewegten sich die Schüler orientierungslos innerhalb eines Kreises, den die EWS-Studenten gebildet hatten. Wer einen Mitschüler berührte, durfte ihm einen Stein übergeben. Auch wer innerhalb der Spielzeit zeitweise keinen Stein mehr in der Hand hatte, spielte weiter. "Das Spiel soll aufzeigen, dass es fast unmöglich ist, vorurteilsfrei zu bleiben." Eine Diskussionsrunde förderte zutage, wie wenig hilfreich es ist, Menschen auf der Grundlage von Vorurteilen zu bewerten oder Länder auf Klischees zu reduzieren. Lisa Kirchhoff: "Die Zukunft soll Verständnis für andere Kulturen bringen und Vorurteile reduzieren oder beseitigen."

Bürgermeisterin Gudrun Stein hatte die Patenschaft über dieses Projekt übernommen und drückte ihren Handabdruck in Beton. Auch die Schüler verewigten ihre Handabdrücke. Alle Steine wurden dann blau oder gelb bemalt und zu einem Europastern zusammengesetzt, unter dem sämtliche Vorurteile begraben liegen. Kirchhoff: "Dieser Stern spiegelt die Verbundenheit und Einheit wider, die es trotz aller Unterschiede in Europa gibt." In die Mitte dieses Europasterns wurde ein Apfelbaum gepflanzt, um dessen Gedeihen sich Paten kümmern. Seine Zweige tragen Zettel mit Wünsche für ein besseres Europa. Eine Auswahl: "Gleiches Bildungssystem", "Sprachbarrieren abbauen" oder "Mehr Schüleraustausch". Jana Schweeren, Benjamin Apsel und Lucas Wellenbrock haben es bereits aus eigenem Antrieb vorgemacht und zwei Monate in Frankreich verbracht: "Sehr empfehlenswert!"

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erstellt am 17.Jun.2011 | 11:53 Uhr

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