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22. September 2017 | 19:12 Uhr

SVZ sagt Danke : Dienst bei jedem Wetter

vom

Jeder, der am Sonnabend in Redefin zum großen Zusteller-Treffen kam, kann seine Wintergeschichten erzählen. Monika Höhn aus Techentin zum Beispiel hat sich Spikes unter die Schuhe geschnallt.

svz.de von
erstellt am 07.Mär.2011 | 11:08 Uhr

Schneefall die ganze Nacht. Dazu noch starker Nordwind und weit und breit kein Winterdienst. Oft hat Guntram Roth in diesem Winter sein Auto gleich stehen gelassen und ist nachts um 2 Uhr in den Pick Up gestiegen. "Manchmal hätte ich mir einen Trecker gewünscht", sagt er. Doch irgendwie hat er es dann immer wieder geschafft, die hundert Leser in Tessenow, Poltnitz, Zachow und Poitendorf mit der SVZ zu versorgen.

Jeder, der am Sonnabend in Redefin zum großen Zusteller-Treffen kam, kann seine eigenen Wintergeschichten erzählen. Monika Höhn (55) aus Techentin zum Beispiel hat sich Spikes unter die Schuhe geschnallt. Zustellerin Renate Chrost aus Ludwigslust ließ sich an eisig kalten und verschneiten Wintertagen lieber von ihrem Mann im Auto fahren. "Bei Schnee und Glätte fühlte ich mich auf vier Rädern sicherer als zu Fuß", sagt sie. "Mein Mann hat mir mit den Scheinwerfern den Weg zu den Briefkästen gut ausgeleuchtet."

Ob bei Regen, Sturm oder Schneegestöber - die 1900 SVZ-Zusteller machen sich immer auf den Weg. "Sechs Tage in der Woche sorgen Sie dafür, dass die Zeitung pünktlich um sechs bei unseren Lesern im Kasten liegt", sagte Bernd Bleitzhofer, Geschäftsführer des Zeitungsverlages Schwerin GmbH, am Sonnabend in Redefin. "Lob an Sie alle. Für diese Zuverlässigkeit wollen wir uns bedanken."

Im großen Zelt neben der Reithalle gab es für die Zusteller einen Imbiss, Kaffee und Kuchen. Wer wollte, konnte mit der Familie auf der Kutsche fahren oder sich von Gestütsführern die Anlage zeigen lassen. "Das Treffen ist eine gute Gelegenheit auch mal Kollegen aus den Nachbarregionen kennenzulernen", sagt Heike Meltin. Sie ist Zustellerin in Klein Niendorf, Burow und Gischow und schwärmt geradezu von den Arbeitszeiten. "Wir treffen uns um 1 Uhr an der Garage in Parchim. Dann werden die Zeitungen auf sechs Zusteller verteilt. Jeder macht sich auf den Weg und ich bin so gegen 4 Uhr wieder zu Hause. An das frühe Aufstehen gewöhnt man sich. Und am Tag bleibt mehr Zeit für andere Sachen." Angst so ganz allein mitten in der Nacht habe sie nie. Manchmal begegnet sie dem Bäcker, manchmal dem Milchfahrer. Und einmal sogar auch einem Zeitungsleser. "Er ist extra wachgeblieben, weil er sehen wollte, wer ihm da täglich mitten in der Nacht die Zeitung bringt", erzählt sie.

Wie sehr die Leser den Einsatz der Zusteller schätzen, erleben sie zu Weihnachten oder Ostern. "Dann liegt in der Zeitungsröhre oft eine Überraschung. Kaffee, Schokolade oder Sekt - die Abonnenten danken es mit kleinen Gesten und lieben Worten. Für Zustellerin Anneliese Göhring hängt ein Leser öfter mal eine frische Mettwurst in den Briefkasten. Und in diesem kalten Winter gab es auch schon mal einen Likör. "Gegen die kollten Feut" hatte ein Leser in plattdeutsch dazu geschrieben. "So macht die Arbeit auch im Winter Spaß", sagt Renate Chrost. Doch die beste Zeit für sie beginnt jetzt: "Nichts ist schöner, als im Frühling in der Natur zu sein, wenn der Tag erwacht und alle anderen noch schlafen."

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