Die Zukunft: Melkroboter

von
14. September 2008, 09:18 Uhr

Mühlengeez - Dem Melkroboter gehört die Zukunft, das ist sich Uwe Wiechert sicher. Aber in den nächsten zehn bis 15 Jahren, so schränkt der Geschäftsführer der Dröge GmbH aus Mistorf ein, wird es auch die Melkstände insbesondere in den großen Milchviehanlagen noch geben. Das sei u. a. schlicht und einfach eine Frage des Geldes. So ein Melkroboter kostet mit Montage 190 000 Euro. Eine solche Investition will geschultert werden.

Ein Melkroboter, besonders effektiv als Doppelbox, steht irgendwo im Stall, erklärt Wiechert. Die Kuh wird nicht zwangsweise zu einer bestimmten Zeit gemolken. Sie entscheidet selbst, wann sie möchte – vermutlich vom Druck des prallen Euters getrieben –, geht zum Melkroboter und wird dort mit Kraftfutter belohnt. Einen Melker trifft sie dort nicht mehr. Alles läuft vollautomatisch. Einen Vorteil gegenüber bisherigen Melkständen möchte der Dröge-Geschäftsführer hervorheben: Bisher fällt das Melkzeug insgesamt ab, wenn der Computer bemerkt, da kommt nichts mehr. Beim Melkroboter wird jedes Viertel einzeln „überwacht“. Nicht aus jeder Zitze kommt gleich viel Milch. Das Verfahren, so Wiechmann, würde das Euter schonen und die Tiergesundheit fördern.

Der Landwirt ist derweil flexibel. Er kann andere Arbeiten erledigen und muss nicht unbedingt mitten in der Nacht zum Melken in den Stall. Der Computer liefert ihm täglich alle Daten über die Milch und darüber hinaus auch über den Zustand der Kuh. Ist es Zeit für die Besamung oder ist die Kuh etwa krank?

Preisdruck zwingt Milchbauern zu investieren
Nicht mehr als 200 bis 300 Melkroboter, so schätzt Wiechmann ein, gibt es bisher in Mecklenburg-Vorpommern. In den westlichen Bundesländern mit anderen Strukturen seien es deutlich mehr. 60 Tiere „schafft“ der Roboter am Tag, als Doppelbox etwa 110. Das seien in einigen Regionen gängige Größen. Hierzulande, wo die Milchviehbestände ab 200 aufwärts zählen, sei der Roboter noch nicht so verbreitet. Der Dröge-Geschäftsführer ist aber optimistisch. Mit der Klage über einen zu niedrigen Milchpreis lebe er seit Jahren. „Letztendlich muss investieren, wer dem Druck standhalten will“, ist sich Wiechert sicher.

Bisher hätten es die Milchbauern stets geschafft durch Rationalisierung und Leistungssteigerung das Kostenproblem in den Griff zu bekommen. Dabei weiß Wiechert, dass die Rechnung vor Jahren leichter zu lösen war. Vieles sei heute ausgereizt, manches dem Milchvieh aber noch zu entlocken, indem man ihm mehr Komfort bietet. Auf weichen Matten mag die Kuh sich wohler fühlen. Auch solche Stallausrüstung und darüber hinaus Futter- und Kühlsysteme bietet die Dröge GmbH an. Dabei, so Wiechert, könne man auf einen soliden Kundenstamm setzen, nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Eine zweite Niederlassung habe das Unternehmen mit 26 Beschäftigten in der Nähe von Halle.

Vor 18 Jahren, auf der ersten MeLa, bot die Dröge GmbH übrigens Rohrmelkanlagen an. Von denen spreche heute kein Mensch mehr. Aber auf der MeLa und damit im Gespräch zu sein, ist dem Dröge-Geschäftsführer bis heute wichtig. „Man muss dabei sein“, sagt er und hat dabei weniger Geschäftsabschlüsse im Sinn, sondern vielmehr Kundengespräche. „Hier haben wir mal richtig Zeit für unsere Kunden, Zeit über dieses und jenes und die Zukunft zu reden“, erklärt Wiechert. Wenn man sich im Alltag treffe, sei stets ein Problem zu lösen und das soll möglichst schnell gehen. Den angestammten Platz gleich gegenüber der Rinder-Halle, da ist sich Wiechert sicher, wird die Dröge GmbH auch bei der 19. MeLa im nächsten Jahr wieder einnehmen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen