Die Vorlesung aus dem Internet

Von Podcasts über Triple-Play bis hin zu VoIP – was für viele Verbraucher längst zum Alltag gehört, ist für andere nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Die Landesrundfunkzentrale MV und die Verbraucherzentrale MV wollen mit ihrem „Medienkompass“ helfen, es zu öffnen. Was darin zu Hotspots, UMTS & Co. zu erfahren ist, zeigt die neue Serie unserer Zeitung. Heute: Handy TV.

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07. April 2008, 02:05 Uhr

Das Wort „Podcast“ klingt fremder als das, was sich dahinter verbirgt, in Wirklichkeit ist. Gemeint sind damit nämlich Audio- oder Videodateien, die aus dem Internet heruntergeladen, abgespeichert, angeschaut oder angehört werden können. Radio- und Fernsehsender bieten sie an, um auf diese Weise Auszüge aus ihrem Programm verfügbar zu machen. Aber auch Zeitungen, Organisationen, Unternehmen und Privatleute produzieren eigene Podcasts, um Informationen an den Mann oder die Frau zu bringen. Und Uni-Professoren nutzen diese technische Möglichkeit, um Vorlesungen ins Netz zu stellen.

Die Bezeichnung ist ein Kunstwort und stammt aus der Welt rund um den MP3-Player „iPod“ der Firma Apple. Durch die Verschmelzung von iPod und Broadcast, die englische Entsprechung für Sendung oder Übertragung, entstand das Wort Podcast. Zum Vermarktungskonzept des iPod gehören der Online-Shop „iTunes Store“ und die Software „iTunes“, mit deren Hilfe aus dem Shop Musikstücke, Videos, Hörbücher und anderes gegen Entgelt heruntergeladen werden können.
Inzwischen haben Podcasts jedoch die „Apple-Welt“ verlassen. Es gibt weitere Software, die Anbieter bieten ihre Sendungen direkt auf ihrer Website an und die heruntergeladenen Dateien können auch mit anderen MP3-Playern wiedergegeben werden.

Das braucht man

Um Podcasts zu empfangen, benötigt man eine „Podcatcher“-Software, die auf dem Computer installiert wird. Sie ermittelt Sendungen im Internet, überprüft das Internet auf neue Angebote und überträgt die Dateien auf den MP3-Player. Welche Programme verfügbar sind, verrät die Internetseite http://wiki.podcast.de. Wer die Daten nicht nur zu Hause am PC abspielen möchte, sondern auch unterwegs, benötigt einen MP3-Player.

Suchen und finden
Im iTunes-Store gibt es viele Podcasts aus bekannten und bekannten Quellen. Aber das ist nicht die einzige Quelle, wie die Autoren des Medienkompasses betonen. Auch das inhaltliche Spektrum sei groß und reiche vom Witz des Tages, über die Besprechung von Fernsehserien bis hin zu Nachrichten und Verbrauchertipps. Rund 200 Beispiele findet man unter http://wiki.podcast.de/Podcasts-Liste.

Wer von einem Podcasts stets die neuesten Folgen haben möchte, kann ein Abonnement abschließen. Dieses sorgt dafür, dass sie automatisch aus dem Internet heruntergeladen und auf dem iPod gespeichert werden.

Vorsicht
Wie bei vielen anderen Angeboten im World Wide Web ist auch bei Podcasts Vorsicht geboten. „Nicht alles, was im Internet aussieht wie harmlose Information oder Unterhaltung, wird ohne kommerzielle Interessen verbreitet“, betonen die „Medienkompass“ Autoren. „Und nicht selten sind diese Podcasts an Stellen zu finden, die eigentlichen einen neutralen Hintergrund haben.“
Eigene PodcastsWer kann, kann auch eigene Beiträge ins Internet stellen. Für den Anfang reichen ein Mikrofon, das an die Soundkarte des PC angeschlossen wird, und eine eine Webcam. Bevor man das darüber aufgenommene Material als Podcast veröffentlichen kann, muss es in das richtige Dateiformat gebracht werden. Doch auch dafür gibt es im Internet Programm, die der Nutzer kostenlos herunterladen kann. Sie bringen die Audio- und Videodateien automatisch auf das richtige Format.
Die Veröffentlichung eines Podcasts im Internet erfordert Kenntnisse im Erstellen von Websites. Die Datei muss im Rahmen eines sogenannten RSS-Feeds, mit dem normalerweise automatische Nachrichten-Ticker realisiert werden, in die Seite integriert werden. Nur so kann die Podcatcher Software automatisch darauf zugreifen und immer wieder Dateien herunterladen, wenn eine neue Version eingestellt wird.

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