Die Trichinen sind los

Trichinen sind eine Gattung winziger Fadenwürmer mit parasitischer Lebensweise.  Hauptüberträger auf den Menschen sind Schweine bzw. deren roh oder ungenügend gegartes Fleisch. Die von den Larven verursachte Krankheit führt zu Durchfall, Fieber, Schwellen und Versteifen von Muskeln.
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Trichinen sind eine Gattung winziger Fadenwürmer mit parasitischer Lebensweise. Hauptüberträger auf den Menschen sind Schweine bzw. deren roh oder ungenügend gegartes Fleisch. Die von den Larven verursachte Krankheit führt zu Durchfall, Fieber, Schwellen und Versteifen von Muskeln.

Die Trichinen kommen: Die für den Menschen gefährlichen Fadenwürmer wurden jetzt erstmals wieder bei einem Schwein aus einem privaten Kleinbestand entdeckt. Die wenige Millimeter großen Parasiten können beim Menschen Trichinellose auslösen, eine bis tödlich verlaufende Lebensmittelinfektion. Doch die oberste Veterinärbehörde gibt aber Entwarnung: Die Kontrollkette steht. Der neueste Fund sei ein Einzelfall - keine Gefahr für Verbraucher.

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21. November 2008, 07:12 Uhr

Schwerin | Das letzte Mal ließ ein 2006 in Mecklenburg-Vorpommern aufgetretener Trichinellose-Ausbruch beim Menschen die Fachleute aufhorchen. 17 Familienmitglieder waren seinerzeit erkrankt. Damals nahmen Wissenschaftler den Verzehr von Schweinefleisch als Ursache für die Infektion an. Jetzt lässt ein neuer Trichinenfund Veterinäre aufhorchen. Nach der Schlachtung in einem Betrieb auf Usedom wurden bei einem Tier aus einem Kleinstbestand in Muchin die winzigen Fadenwürmer festgestellt, hatte der Nordkurier gestern berichtet.

"Ein Einzelfall", erklärte Marion Zinke, Sprecherin des Landwirtschaftsministerium gestern in Schwerin. Das Schwein habe sich wahrscheinlich durch infizierte Nagetiere angesteckt, bei denen Trichinellen keine Seltenheit seien. Derzeit werde noch untersucht, um welche Art es sich handelt, sagte Zinke. Auf jeden Fall sei kein Stück Fleisch in den Nahrungskreislauf gelangt. Sowohl für das Fleisch von Haus- als auch von Wildschweinen bestehe eine Untersuchungspflicht. Auch wenn seit Jahren in Mecklenburg-Vorpommern keine Trichinenfunde bei Hausschweinen festgestellt worden seien, werde an der Fleischschau festgehalten, sagte die Sprecherin. Alle Untersuchungen würden "peinlich genau eingehalten", erklärte auch Torsten Roder, Vorsitzender des Hy bridschweinezuchtverbandes MV. "Es besteht keine Gefahr."

Trichinen werden in Hausschweinebeständen seit Jahrzehnten nur noch selten nachgewiesen. Dort kämen die Parasiten praktisch nicht mehr vor, urteilten die Risikoforscher. Die Gefahr ist damit dennoch nicht gebannt: Zwischen 1997 und 2006 wurden bundesweit 131 Trichinellose-Fälle bei Menschen gemeldet. Kein Wunder: Im Freiland lebende Hausschweine könnten durch den Verzehr infizierter Wildtiere zur Gefahrenquelle für den Menschen werden, heißt es in dem Bericht des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR). Und dort scheinen die gefährlichen Parasiten auf dem Vormarsch zu sein. Erst 2006 war in einem auf Usedom geschossenen Wildschwein eine sehr hohe Konzentration der Parasiten festgestellt worden. Im gleichen Jahr waren in Vorpommern bei Marderhunden Trichinen identifiziert worden. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung zufolge waren zwischen 2005 und 2007 mehrere Fälle sowohl bei Wildschweinen als auch bei Maderhunden, Dachsen und Füchsen nachgewiesen worden.

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