Güstrowerin Ute Kasperowski : Die Trance ebnet den Weg

Die Hypnotherapie findet nicht im Liegen statt. Genauso wie Ute Kasperowski selbst, sitzt auch der Patient bequem in einem Sessel. Karina Hoppe
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Die Hypnotherapie findet nicht im Liegen statt. Genauso wie Ute Kasperowski selbst, sitzt auch der Patient bequem in einem Sessel. Karina Hoppe

Hypnose im Sitzen: Die Güstrowerin Ute Kasperowski weckt mit der Hypnotherapie bei ihren Patienten die Selbstheilungskräfte. Ute ist staatlich anerkannte Heilpraktikerin.

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12. November 2010, 11:48 Uhr

Wenn Ute Kasperowski zum Zahnarzt geht, verbindet sie dies mit einem Kurztrip zum Strand. Die Stuhllehne bewegt sich nach hinten und die 46-Jährige fühlt sich auf einem Sonnenstuhl, der Sand rieselt gedanklich zwischen ihren Fingern. Ute Kasperowski hört den Zahnarztbohrer, aber auch das Meeresrauschen. Fährt der Stuhl wieder hoch, ist alles vorbei. Sich noch einmal räkeln und auf zum nächsten Tagesordnungspunkt. Ute Kasperowski beherrscht die Hypnose bei sich selbst, aber auch bei anderen. Seit einem Jahr bietet sie im Gesundheitszentrum am Schlosspark in Güstrow die Hypnotherapie nach Milton Erickson an.

Nicht ohne Grund genau diese, "denn da gibt der Therapeut keine Befehle, es heißt nicht, ich bin groß und du bist klein", sagt sie. Vielmehr folge der Patient einem Angebot, er könne die Trance jederzeit unterbrechen: "Hypnose ist kein Schlaf, sondern eine fokussierte Aufmerksamkeit." Aber wozu das alles? Ute Kasperowski ist staatlich anerkannte Heilpraktikerin. Die Hypnotherapie soll heilen helfen. Bei Patienten, die chronische Schmerzen haben, einen Tinnitus, Schlafstörungen, Panikattacken, Allergien oder Angst vor der Geburt des nächsten Kindes. Wenn schulmedizinisch alles abgeklärt ist, biete die Hypnotherapie als Therapie durch Hypnose bei derlei Beschwerden einen alternativen Heilungsweg. Und zwar dadurch, dass die Patienten über die Trance "in einen Dialog mit ihrem Unterbewusstsein treten". Das Unbewusste, so ist sich die Güstrowerin sicher, ist "eine unendliche Quelle von guten Ressourcen", ein Wissensfundus, den es lohnt, auszuschöpfen. Die Patienten spüren sich selbst, sind entspannter "und ein entspannter Mensch ist offener für die Gesundheit".

Zauberei sei die Hypnotherapie jedoch nicht. Im Gegenteil: Ute Kasperowski ist darum bemüht, "den Mantel der Mystik und der Magie von der Hypnose zu nehmen". Jeder kenne Trance-Zustände, wenn er etwa ganz gespannt einem Film folgt und nicht mehr mitbekommt, was um ihn herum geschieht. Die Hypnotherapie mache sich diese Fähigkeit des Menschen nur zu Nutzen. Sie helfe Tinnitus-Patienten nicht dadurch, dass sie das Geräusch wegzaubert, sondern dadurch, dass der Betroffene sein Symptom nicht mehr als Übermacht empfindet, "dadurch, dass er lernt, die Lautstärke zu regulieren".

Ute Kasperowski, die neben der Hypnotherapie auch noch Körpertherapien und Lerncoachings anbietet, habe für sich einen Beruf gefunden, in dem sie sich wohl fühle. Nach etlichen Jahren als Lehrerin für Englisch und Kunst hat sich die einstige Bützowerin umorientiert - und dabei selbst auf ihre innere Stimme gehört. Sich einfach gefragt: "Ist es das noch?" Bei einem Seminar in Hamburg sprang dann der Funke für die Hypnose über. Gerne gibt Ute Kasperowski ihr Wissen weiter. Demnächst als Kurs in der Volkshochschule und bereits ab dem 18. November in ihrer Praxis selbst.

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