Die Rosenretter greifen ein

<strong>Kämpft für das Rosenbeet vor seiner Haustür:</strong> Karl-Heinz Krüger. Eine Rasenfläche würde Kosten sparen.<foto>Matthias Bannert</foto>
Kämpft für das Rosenbeet vor seiner Haustür: Karl-Heinz Krüger. Eine Rasenfläche würde Kosten sparen.Matthias Bannert

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11. Juli 2010, 07:46 Uhr

Reutershagen | Wenn Karl-Heinz Krüger aus seinem Fenster in der Goerdeler Straße sieht, erblickt er ein Rosenbeet. Auf der Grünfläche zur Reutershäger Ulrich-von-Hutten-Straße sind vor eineinhalb Jahren 500 Rosen angepflanzt worden. Doch die Pflege überfordert das Grünamt - die Rosen sollen weg. Stattdessen wünscht sich die Behörde, die unter Personalmangel leidet, eine Rasenfläche. Doch das ist für die Anwohner nicht akzeptabel. "Wir wollen, dass das Rosenbeet erhalten bleibt", sagt Krüger. Das habe die Stadt schließlich viel Geld gekostet. Unverständnis bei den Anwohnern. "Das ist doch ein Stück Lebensqualität", sagt der Autohändler. Krüger und seine Nachbarn wenden sich in ihrer Not sogar an den Vermieter, die Wohnungsgenossenschaft Warnow.

Es dauert nicht lange, da rücken Landschaftsgärtner an, mähen den Rasen und sorgen dafür, dass aus der Fläche an der Straßenecke wieder ein ansehnliches Beet wird. Allerdings sind die Damen und Herren nicht vom Grünamt - die WG Warnow schickt sie.

Die Initiative stößt auf positives Echo beim zuständigen Ortsamt. "Wir haben alle so wesentlich mehr davon, als wenn die Fläche planiert wird", sagt Leiter Jürgen-Leo Leopold. Die Entscheidung, aus dem Rosenbeet eine Rasenfläche zu machen, hat bei ihm im Amt "keinen Beifall geerntet".

Dennoch kann er die Sorgen des Grünamtes verstehen: "Wenn die Kollegen mit bescheidenem Personal einen großen Pflegeaufwand bewältigen müssen, müssen auch gewisse Prioritäten gesetzt werden."

Das plötzliche Engagement der WG Warnow kommt für Leopold überraschend. "Das hat Beispielcharakter und ist sicherlich auch gut für unsere Stadtökologie", sagt der Ortsamtsleiter. Schließlich gehören dazu auch einige Gehölzgruppen. "Und das wird von den Bürgern eingefordert." Er würde sich freuen, wenn das Schule macht. "Man muss natürlich abwägen, an welchen Stellen private Initiativen Sinn machen", so Leopold. Krüger schlägt vor, zwischen die Rosen Rindenmulch zu legen. Ob die Wartung durch die WG Warnow eine dauerhafte Lösung ist, bleibt unklar. Fakt ist: Die Anwohner haben zwischen den Kriechkiefern im Beet Nistplätze von Schwarzdrosseln entdeckt.


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