Teile der Rögnitz wurden renaturiert und für Fische durchwanderbar gemacht : Die Rögnitz kehrt zurück

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Zwanzig Personen hatten sich an diesem Donnerstag am Alten Kanal in Neu Lüblow versammelt, um der Bauabnahme der Fertigstellung der Oberen Rögnitz beizuwohnen.

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28. Oktober 2011, 11:32 Uhr

Zwanzig Personen, darunter viele Bürgermeister der angrenzenden Gemeinden, hatten sich an diesem Donnerstagvormittag am Alten Kanal in Neu Lüblow versammelt, um trotz Temperaturen um null Grad, der endgültigen Bauabnahme der Fertigstellung der Oberen Rögnitz beizuwohnen.

Vor über 50 Jahren begann die Begradigung der Rögnitz durch die damalige Regierung, um Land zu gewinnen und dieses nutzbar zu machen. Dabei wurden auch mehrere Wehre errichtet. Im Laufe der Zeit ergaben sich bestimmte Nachteile, die die Ökosysteme beeinträchtigten und sogar zerstörten. Viele an und in den Flüssen lebende Tier- und Pflanzenarten verloren durch den Gewässerbau ihren Lebensraum oder zumindest Teile davon.

Dem sollte nun mit 22 Einzelmaßnahmen zwischen Glaisin und Neu Lüblow und dem Ludwigsluster Kanal entgegengewirkt werden, um eine Renaturierung und Wiederherstellung der ökologischen Durchlässigkeit zu erzielen.

Insgesamt wurden dafür neun Wehre zurückgebaut und fünf weitere saniert. Einen wichtigen Teil nehmen hier die Sohlgleiten ein, die anstelle der Wehre neben ihrer Verringerung der Strömungsenergie eine Durchwanderbarkeit des Gewässers für Fische und Mikroorganismen gewährleisten. Diese können nun wieder von der Sude, durch die Rögnitz und den Neuen Kanal bis in die Lewitz wandern. Bei notwendigen Wehren, die nicht zurückgebaut werden konnten, wurden Umgehungsgerinne gebaut,die durch einen naturnah gestalteten Gewässerlauf die Wehre umgehen. Außerdem wurden Trittsteinbiotope angelegt, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten einen zeitweisen Aufenthalt ermöglichen.

Bei den Bauarbeiten griffen viele Hände ineinander

Der gesamte 1,5 Millionen Euro teure Rückbau wurde mit Fördermitteln des Landes, der EU, der deutschen Bundes- und Umweltstiftung, sowie einem Gemeindeanteil finanziert und dauerte über fünf Jahre.

In weiteren Maßnahmen wurde eine Altarmverlegung auf 1,9 Kilometern durchgeführt und der Weselsdorfer Krullengraben auf 1,7 Kilometer saniert. Insgesamt wurden 13 Kilometer der Rögnitz und 13 Kilometer des Ludwigsluster Kanals bearbeitet und bepflanzt

Der von der Firma Universalbau Perleberg, die den überwiegenden Teil der Baumaßnahmen betreute, stammende Bauleiter Dominic Krüll äußerte, dass "das ganze Gewässer nun einen sehr schönen Eindruck macht und man besonders die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und dem Wasser und Bodenverband hervorheben muss, die sehr gut geklappt hat."

Besonders getragen und angeschoben wurde dieses Bauvorhaben vom Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbands Walter Jahnke, der nun auch Nachfolgeprojekte plant , um weitere naturnahe Umgebungen herzustellen.

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