Die Polizei macht jetzt in Blau, keine Zusatzkosten für das Land

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05. Mai 2008, 08:22 Uhr

Schwerin - Damit die Polizei bundes- und europaweit möglichst einheitlich aussieht, einigte sich das europäische Parlament schon vor zehn Jahren auf eine gemeinsame Farbe blau. Seit 2004 wechseln die Polizisten in den Bundesländern ihre Uniformen und auch die Fahrzeuge, in Mecklenburg-Vorpommern sind ab 1. Januar 2012 nur noch die neuen blauen Uniformen erlaubt. Bis dahin können die rund 4300 Beamten sowohl die alte, beige, als auch die neue, blaue, Ausstattung tragen.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) stellte die neue Kollektion gestern vor, die ab 1. Januar 2009 im Einsatz sein soll. Ab heute können die Polizisten die neue Uniform bestellen, Ende des Jahres soll sie ausgeliefert werden. Probleme, wenn die Beamten in zwei verschiedenen Uniformen arbeiten, sieht der Minister nicht.

„Wo Polizei draufsteht, ist auch Polizei drin.“
„Es steht bei beiden Uniformen Polizei drauf; und wo Polizei draufsteht, ist auch Polizei drin. Ich denke, das irritiert höchstens vorübergehend“, sagt Caffier. Polizeibeamte in Bützow fürchteten eine „Trachtengruppe“ zu werden, wenn sie einzelne Teile beider Uniformen mischen müssten. Das wird jedoch nicht passieren – eine Mischung sei nicht statthaft, so der Innenminister.

Dennoch: Das Problem liegt in der Finanzierung. Im Landeshaushalt sind für die Bekleidung der Landespolizei jährlich 900 000 Euro vorgesehen. Zwar versichert Caffier, die Umstellung schaffe keine zusätzlichen Kosten. Doch die Beamten bezahlen die neue Dienstkluft mit ihrem jährlichen Kleidergeld von 190 Euro, bzw. 133 Euro im Innendienst aus dem Landestopf. Eine Ausstattung für den Streifendienst kostet etwa 350 Euro. Wer noch viel Geld in seinem Budget über hat, kann sich die neue Uniform schneller zulegen, andere müssen erstmal warten.

Nur die 100 Polizeischüler, die im Spätsommer ihre Ausbildung beginnen, erhalten gleich die neue Uniform als normale kostenfreie Grundausstattung. Neid zwischen den Kollegen werde es deswegen aber nicht geben, sagt Ingolf Boldt von der Bereitschaftspolizei Schwerin, der die neue Uniform mit vorstellte. „Ich bin schon länger dabei und habe deswegen etwas Geld übrig, die neuen Kollegen brauchen etwas länger“, sagt der 35-jährige Polizeihauptkommissar.

Blaue Uniform sieht moderner aus
Dass die neue Uniform sinnvoll ist, darüber sind sich die Beamten einig. „Ich find’s todschick, der Kragen ist z.B. weicher als bei der alten. Und blau sieht auch moderner aus“, sagt Polizist Stephan Grabbert. „Die neue Uniform ist vom Schnitt her auch für junge Leute. Früher war es schwieriger zu bestellen, da gab es nur Größen ab 50“, sagt die 28-jährige Manuela Dobe von der Bereitschaftspolizei Schwerin.

In anderen Bundesländern tragen die Beamten bereits blau, in Hamburg wurde unter anderem kritisiert, dass sich die blaue Farbe schnell auswäscht. „Deshalb bin ich froh, dass wir als letztes Land jetzt erst beitreten. Wir können von den Erfahrungen der Nachbarländer lernen“, sagte Innenminister Caffier. „Bei den Kollegen aus den anderen Bundesländern verlief die Umstellung oft schneller als gedacht.“

Bis auf Bayern und Berlin stellen alle Bundesländer ihre Uniformfarben um. Die Modelle unterscheiden sich jedoch leicht, nur die norddeutschen Bundesländer haben die selbe Uniform.

Dass die neue Uniform wohl modischer aussieht, spielt für die Beamten keine Rolle. „Wir sind ja keine Modepuppen. Es geht darum, dass man sich wohl fühlt, dann strahlt man gleich eine andere Erscheinung aus“, sagt Polizeibeamtin Monique Kolodzy.

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