Die Nacht der Schönen: Wer wird Miss bzw. Mister Mecklenburg-Vorpommern?

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07. Mai 2008, 08:15 Uhr

Schwerin/Rostock - Die E-Mail aus Berlin erreicht Carolin Bajszczak völlig unvermittelt. Absender ist Michael Wuscher. Er habe ihre Fotos im Internet gesehen. Ob sie nicht Lust habe, bei der Wahl zur Miss Mecklenburg-Vorpommern mitzulaufen, fragt der Geschäftsführer von Aventpro die 24-jährige Krankenschwester.

Die Event-Agentur hat von MGO, dem Komitee Miss Deutschland, die Lizenzrechte für regionale und landesweite Miss- und Mister-Wahlen erworben. Neben Berlin und Brandenburg ist sie nun erstmals auch in Mecklenburg-Vorpommern aktiv.

Es dauert einen Augenblick, bis Carolin realisiert, dass Wuschers Anfrage kein Scherz ist. Vor ein paar Monaten hat die Rostockerin Fotos von sich auf eine Internetseite geladen, auf die jeder Fotos von sich stellen kann. Auf diese Weise für eine Miss-Wahl entdeckt zu werden, hätte sie sich jedoch nicht zu träumen gewagt. Und so tut sie, was eine Frau in dieser Situation tun muss: Sie nimmt die Herausforderung an, schnappt sich ihre beste Freundin Sophie und fährt zum Shoppen. Jeans, Schuhe, Bikini – so eine Miss-Wahl ist ein perfektes Alibi, um neue Sachen zu kaufen.

Drei Durchgänge Zeit, die Jury zu überzeugen
Sich zur Schau zu stellen – bis vor einigen Jahren wäre das für Carolin undenkbar gewesen. „Früher war ich pummelig und habe nicht viel aus mir gemacht“, gibt sie freimütig zu. Heute weiß die junge Frau mit den strahlend blauen Augen um ihre Wirkung auf andere – und kostet das auch aus. Sei es in der Disko, wenn sie sich auf Podesten tanzend von der Masse abhebt. Oder wenn sie vor der Linse diverser Fotografen posiert.

Carolins großes Vorbild ist Heidi Klum. Klar, dass deren Castingshow wie für knapp drei Millionen andere Zuschauer jeden Donnerstag ein Muss ist. Wer heute aus der Pro-7-Show fliegt, wird die gebürtige Kühlungsbornerin jedoch verpassen. Zeitgleich steht sie selbst in Stralsund auf dem Laufsteg, schnuppert erste Modelluft. Dass sie mit ihren 24 Jahren nur knapp unter der erlaubten Altersgrenze liegt und sich damit als eine der ältesten Mädchen zur Schau stellt, macht Carolin nicht nervös. „Vielleicht ist ja gerade das mein Vorteil.“ Auch wenn ihr ohne die E-Mail aus Berlin „nicht im Traum eingefallen wäre“, mit elf anderen jungen Frauen um die Schärpe der Miss MV zu konkurrieren.

Anders Michael Freiberg. Der 18-jährige Berufsschüler aus Rastow bei Schwerin hört im Radio vom Aufruf für das für jedermann zugängliche Casting. Neugierig geworden klickt er auf die Internetseite der Event-Agentur und bringt den Stein für sich ins Rollen. Am Dienstag war es so weit: Mit drei Freunden fährt er nach Stralsund.

Das Casting wird, dem allgemeinen Trend folgend, öffentlich in einem Einkaufszentrum zur Schau getragen. Der angehende Sozialassistent muss gleich als Erster laufen. Mit jedem Schritt, den er auf die Jury zugeht, legt sich die Aufregung. Die Schönheitswahl heute Abend sieht er als Experiment – und als gutes Training, vor großem Publikum aufzutreten. Denn das muss er im Sommer regelmäßig, als Statist bei den Schweriner Schlossfestspielen.

Ob er weiterkommt? Seine Gefühle fahren nach dem Auftritt vor der Jury Achterbahn. Zwei Stunden später die erlösende Nachricht: Michael ist weiter.

Heute Abend wird es sowohl für ihn als auch für Carolin ernst. Drei Durchgänge – in Jeans, Abendkleidung und Bademode – haben sie Zeit, die elfköpfige Jury von sich zu überzeugen und ihre je elf Konkurrenten aus dem Feld zu stechen. Gelingt es ihnen, treten sie im Juli beim Deutschlandfinale in Berlin gegen bundesweite Konkurrenz an.

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