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23. November 2017 | 18:03 Uhr

Die Marke "Kloster Rühn" ist weg

vom

svz.de von
erstellt am 07.Jan.2010 | 09:15 Uhr

Rühn | Wieder schwebt das Damoklesschwert über das Kloster in Rühn. Der Klosterverein als Eigentümer kündigte Pächter Holger Heinrich den Vertrag. Im schlimmsten Fall droht nun auch noch ein Rechtsstreit vor Gericht. Möglicherweise ist auch der Markenname "Kloster Rühn" für die Produkte aus der vorhandenen Ölmühle verloren.

Holger Heinrich erhebt schwere Vorwürfe gegen den Klosterverein. Heinrich als Betreiber von Ölmühle, Klosterschänke und Hofladen habe durch "fehlerhaftes Management" des Vereins Einnahmen in Größenordnungen verloren und deshalb Pachtzahlungen zurückgehalten. Hans-Georg Harloff, Vorsitzender des Klostervereins und Bürgermeister in Rühn, bestätigt: Es habe Probleme gegeben. "Deshalb gab es auch Mietminderungen. Herr Heinrich hat aber immer wieder neue Vorwürfe und Forderungen aufgemacht", sagt Harloff. Daraufhin habe der Verein den Vertrag mit dem Pächter gekündigt - 14 Monate nach Beginn der Zusammenarbeit. Beide - Harloff und Heinrich - sagen: Das Vertrauen sei zerstört.

An der Produktion und Vermarktung von Öl, Senf, Likör und anderen Produkten unter dem Markennamen "Kloster Rühn" will der 41-Jährige festhalten. "Die Marke ist geschützt. Sie gehört mir ", sagt Holger Heinrich. Der Absatz sei gut, die Marke bekannt. Er wolle sie behalten. "Ich habe 100 Händler in ganz Deutschland und einen Internet-Versand." Holger Heinrich suche gegenwärtig nach einem neuen Produktionsstandort im Raum Wismar, wo er auch zu Hause ist.

Der Markenname "Kloster Rühn" sei für das Kloster damit verloren. "Mit Markenrecht habe ich mich noch nicht beschäftigt", sagt Vereinsvorsitzender Harloff. Notfalls brauche man einen anderen Namen. Der Klosterverein sei bereits auf der Suche nach einem neuen Pächter für Ölmühle, Hofladen und Schänke, fürchtet aber auch, dass der Fall vor Gericht landet. "Das kann teuer werden", sagt Harloff.

Im Oktober 2008 übernahm Heinrich als Pächter die bereits vorhandene Ölmühle, die Klosterschänke und den Hofladen. Erst kurz zuvor kaufte der Verein das ehemalige Kloster und die Ölmühle aus der Insolvenzmasse von Vorbesitzer Michael Laumen. Der Sternekoch aus Krakow am See war mit seinem Versuch, dem alten Kloster wieder Leben einzuhauchen, finanziell gescheitert (wir berichteten). Mit vielen Ideen und neuen Produkten startete Holger Heinrich seine Arbeit in Rühn - nicht einfach, dieses Unternehmen mit seinen drei Standbeinen auf wirtschaftlich solide Füße zu stellen. "Ich war mit dem ersten Jahr aber nicht unzufrieden. Das Kloster würde sich auf Dauer rechnen", sagt er heute.

Erst im Spätsommer begann der Verein mit den dringend nötigen Sanierungsarbeiten an den Klostergebäuden (wir berichteten). Sie waren ein Auslöser für den Streit zwischen Klosterverein und Pächter. "Mein Geschäft wurde durch mangelnde Bauplanung in Mitleidenschaft gezogen. Es gab mehrere Wassereinbrüche. Katastrophale Zustände", sagt Heinrich.

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