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Ratgeber: Solarstrom-Förderung wird vorerst nicht gekürzt : Die Kraft der Sonne nutzen

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Die Installation neuer Solarstromanlagen wird weiterhin so gefördert wie bisher. Die zum 1. Juli geplante Kürzung der Förderung fällt aus, weil es beim Bau neuer Anlagen einen Einbruch gegeben hat.

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erstellt am 17.Jun.2011 | 11:25 Uhr

Die Installation neuer Solarstromanlagen wird weiterhin so gefördert wie bisher. Die zum 1. Juli geplante Kürzung der Förderung fällt aus, weil es beim Bau neuer Anlagen einen Einbruch gegeben hat. "Es wird im Juli keine Absenkung der Vergütung geben", sagte die parlamentarische Staatssekretärin im Umweltministerium, Katherina Reiche (CDU), der "Financial Times Deutschland". Grund dafür sei, dass von März bis Mai außergewöhnlich wenige Fotovoltaikanlagen neu gebaut und gemeldet wurden. "Es sind nur 700 Megawatt installiert worden", sagte Reiche. Hochgerechnet auf das Jahr wären das 2800 Megawatt - und damit weniger als 3500 Megawatt Ausbau pro Jahr. Erst ab dieser Zielmarke sollte es Kürzungen geben.

Solarstromanlagen sind nach wie vor nicht nur eine Investition für grüne Idealisten, sondern auch für kühle Rechner. Je nach Lage, Ausrichtung des Hauses, Dachneigung, Sonneneinstrahlung und Art der Module ist eine Rendite von 4 Prozent oder mehr möglich - und das langfristig und relativ sicher. Die Einspeisevergütung, die der Anlagenbetreiber für jede in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom bekommt, ist seit 2004 zwar halbiert worden, im Gegenzug sind aber auch die Anlagen billiger geworden. Mit Blick auf die aktuellen Vergütungssätze sollten Kleinanlagen, beispielsweise für das Dach des Einfamilienhauses, zwischen 2400 und 3000 Euro je Kilowatt-peak (kWp) installierter Leistung kosten. Die Einspeisevergütung ist für das Jahr der Inbetriebnahme und weitere 20 Jahre garantiert. Festgelegt ist das im EEG, dem Erneuerbare Energien Gesetz.

Südrichtung für Fotovoltaikanlagen ideal

Wer eine Solarstromanlage installieren lassen möchte, muss sich zunächst über deren Größe Gedanken machen. Der Gesetzgeber setzt keine Grenzen, dafür aber die Größe des Daches oder die Investitionssumme. Je nach Modultyp werden je Kilowatt-peak sieben bis zehn Quadratmeter Fläche benötigt. Den höchsten Ertrag versprechen Solarmodule, die gen Süden mit einer Neigung von 30 Grad montiert sind. Geringfügige Abweichungen reduzieren die Ausbeute aber nur wenig. Je Kilowatt-peak können in unseren Breiten rund 800 bis 900 kWh Strom pro Jahr erzeugt werden - in einigen Ecken etwas mehr, in anderen etwas weniger. Wer also noch in diesem Jahr eine Anlage mit einer Leistung von 8 kWp in Betrieb nimmt, könnte pro Jahr etwa 7200 kWh Strom in das öffentliche Netz einspeisen und würde dafür rund 2070 Euro Vergütung erhalten.

Bevor man sich für einen Installationsbetrieb entscheidet, sollte man mehrere Angebote einholen. Bei den Preisen gibt es zurzeit deutliche Unterschiede. Außerdem gilt es, einige steuerliche Aspekte zu beachten und eine spezielle Haftpflichtversicherung abzuschließen oder - wenn möglich - die Fotovoltaikanlage in die bestehende Versicherung mit einzuschließen.


Mit Solarthermie Wasser erwärmen und heizen

Die Energie der Sonne lässt sich aber auch in Form von Wärme nutzen. Bereits im Januar und Februar dieses Jahres wurden nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) etwa ein Drittel mehr Solarthermie-Kollektoren verkauft als im Vorjahreszeitraum. Solarthermische Anlagen unterstützen die Erwärmung des Wassers und die Heizung. Die typischen Flachkollektoren bestehen aus einer Glasscheibe samt Dämmschicht, einem schwarzen Blech und einem Absorber genannten Rohr, durch das ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel fließt. Über das Rohr gelangt die auf dem Dach gesammelte Wärme in einen Speicher. Reicht sie nicht für den aktuellen Bedarf im Haushalt, springt der Heizkessel mit ein.

"Die Qualität der Anlagen ist sehr unterschiedlich, der Teufel steckt im Detail", warnt Hans Weinreuter, Energieexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Darauf sollte man gerade jetzt achten - denn viele wollen sich nun noch schnell die wieder erhöhten Fördergelder des Bundes für Solarthermie sichern. Bis zum 30. Dezember 2011 muss dafür die Anlage auf dem Dach sein und die Handwerkerrechnung sowie eine Montagebestätigung dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) vorliegen.

Für Solarkollektoren zur kombinierten Warmwasseraufbereitung und Raumheizung mit einer Fläche von maximal 40 Quadratmetern gibt es dann 120 Euro pro Quadratmeter - im kommenden Jahr sind es nur noch 90 Euro. Zusätzliche Boni in Höhe mehrerer hundert Euro verspricht der Staat etwa bei einer gleichzeitig eingebauten Wärmepumpe oder Biomasseanlage. Bedingungen sind dem Bafa zufolge unter anderem, dass das betroffene Gebäude zuvor mit einem Heizungssystem oder wenigstens mit einer fest installierten Heizung ausgerüstet wurde und der Bauantrag für dieses Gebäude vor 2009 eingereicht wurde. Solarkollektoren, die nur der Warmwasserbereitung dienen, werden nicht mehr gefördert.

Für ein Einfamilienhaus beträgt der Zuschuss des sogenannten Marktanreizprogramms für eine Solarwärmeheizung mit Flachkollektoren rund 1800 Euro, wie der BSW vorrechnet. Das seien etwa 15 Prozent der Investitionssumme. Da gute Anlagen mehrere Jahrzehnte halten, betrage die Rendite der Heizungsunterstützung bis zu 4,6 Prozent im Jahr.

Hans Weinreuter rät aber trotz des Stichtags: "Auf keinen Fall beim ersten Angebot zuschlagen, sondern mehrere vergleichen." Und dann sollte der Handwerker eine vertragliche Regelung eingehen, wonach er die Montage vor dem Stichtag fertig stellen oder im anderen Fall für den Ausfall aufkommen muss.

Auch BSW-Geschäftsführer Carsten Körnig warnt: "Interessenten sollten nicht nur auf Stichtage, sondern vor allem auf die Qualität der Komponenten und ihrer Installation achten, schließlich hält diese - egal ob Solarstrom- oder Solarwärmeanlage - länger als ihr Auto."

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