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Viele Eltern bestrafen ihre Kinder nach wie vor mit Schlägen : Die "Klaps auf den Po"-Studie

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Ein kräftiger Schlag auf den Po oder eine schallende Ohrfeige: Nach einer gestern veröffentlichten repräsentativen Umfrage rutscht rund der Hälfte der Eltern in Deutschland bei der Erziehung noch immer die Hand aus.

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erstellt am 13.Mär.2012 | 09:37 Uhr

Berlin | Ein kräftiger Schlag auf den Po oder eine schallende Ohrfeige: Nach einer gestern veröffentlichten repräsentativen Forsa-Umfrage rutscht rund der Hälfte der Eltern in Deutschland bei der Erziehung noch immer die Hand aus. Anders als früher schlagen Mütter oder Väter aber nicht aus Überzeugung zu, sondern aus Hilflosigkeit. Den Großteil der Eltern packt danach das schlechte Gewissen. "Und dann möchtest Du den kleinen Trotzbrocken am liebsten an die Wand werfen!", schreibt eine verzweifelte Mutter.

Welche Eltern kennen dieses Gefühl nicht? Es gab Ärger im Job, niemand hatte Zeit für die Hausarbeit und dann wirft sich das dreijährige Söhnchen heulend auf den Boden und schlägt nach jedem, der sich nähert. Nicht allen Müttern und Vätern gelingt es, sich in einer solchen Situation zu beherrschen - unabhängig von der Bildungsschicht. Als häufigste Gründe für Schläge nennen Eltern Unverschämtheit, Ungehorsam und Aggressivität ihrer Kinder.

"Eltern schlagen heute fast immer aus Stress und Hilflosigkeit, aber kaum noch, weil sie glauben, ihrem Kind damit etwas Gutes zu tun", sagt Gewaltforscher Kai Bussmann, Professor für Strafrecht an der Uni Halle. Seit dem Jahr 2000 hat das Bürgerliche Gesetzbuch für Deutschland deutliche Regeln festgeschrieben: "Kinder haben ein Recht auf eine gewaltfreie Erziehung".

Doch die Mehrheit greife nah wie vor zu leichten körperlichen Strafen von spürbarem Klaps bis Ohrfeige. Nur eine Minderheit von rund 14 Prozent erzieht nach einer Analyse der Kinderschützer noch mit einer schmerzhaften Tracht Prügel - oder gar mit Stockschlägen.

In der neuen Umfrage für die Zeitschrift "Eltern" bekennen sich vier Prozent der Mütter und Väter zu harten Körperstrafen wie "Hintern versohlen". Eine Rolle spielt dabei immer auch das Leben der Eltern. Wer früher selbst geschlagen wurde, haut eher zu.

Laut Studie werden die Jungen häufiger geschlagen als Mädchen, was Forsa-Forscher als Nachwirkung traditioneller Rollenvorstellungen werten. In großen Familien verteilen Eltern deutlich mehr Ohrfeigen als bei Einzelkindern. In Westeuropa liegt Deutschland mit diesen Quoten derzeit im Mittelfeld: In Deutschland wird weniger geschlagen als in Frankreich, das Körperstrafen bei Kindern noch nicht mit einem Gesetz ächtet, aber deutlich mehr als in Schweden, das bereits 1979 das Recht auf gewaltfreie Erziehung festschrieb. In ganz Skandinavien führte das mit der Zeit zu einem Gesellschaftswandel. Darauf hoffen auch die deutschen Kinderschützer.

Über die Hälfte der Eltern glaubt ohnehin nicht, dass Schläge Wirkung zeigen. Das sagen auch Psychologen: Körperstrafen weckten Trotz und Widerstand. Und Kinder lernten, dass Gewalt als Mittel der Konfliktlösung zulässig sei. Mit dieser Erfahrung gingen sie dann auf den Spielplatz.


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