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Gutachten verspricht Schwerins Schloss-Ensemble Chance : Die gute Aussicht aufs Weltkulturerbe

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Das Schweriner Schloss-Ensemble hat gute Aussichten auf den Titel als Unesco-Weltkulturerbe - zumindest in den kommenden 20 bis 30 Jahren.

svz.de von
erstellt am 02.Nov.2011 | 08:13 Uhr

Das Schweriner Schloss-Ensemble hat gute Aussichten auf den Titel als Unesco-Weltkulturerbe - zumindest in den kommenden 20 bis 30 Jahren. Erstgutachter und Kunsthistoriker Christofer Herrmann vertritt diese Meinung. Er stellte das Schweriner Gutachten für die Antragsstellung zur Aufnahme auf die Unesco-Liste vor.

Der Spezialist lobte die Einzigartigkeit des Schlosses in der Architektur des romantischen Historismus und in seinem Standort als Zentrum der Macht. Gleichzeitig wies er auf den Jahre andauernden Bewerbungsprozess hin. "Die aktuelle Tentativlist ist noch bis 2017 gültig, danach wird sie zwischen den Bundesländern neu verhandelt", sagt er. Nach derzeitigen Erfahrungswerten würden die Erfolgsaussichten bei Neuanträgen bei unter 50 Prozent liegen.

Allerdings hält der "außergewöhnliche universelle Wert des Schweriner Schloss-Ensembles" Herrmanns Meinung nach mehreren Kriterien für die Unesco-Weltkulturerbeliste Stand: Es ist "ein Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft", wie es die Unesco fordert. Die bedeutendsten deutschen Architekten des 19. Jahrhunderts, Georg Adolph Demmler, Friedrich August Stüler, Gottfried Stemper und Ernst Friedrich Zwirner, schufen zwischen den Jahren 1845 und 1857 ein Meisterwerk und setzten eine außergewöhnliche Stilwahl und Stilreinheit um.

Hinzu kommt Herrmann zufolge eine hohe "gestalterische und handwerkliche Qualität". Das Schloss-Ensemble versinnbildlicht auch "einen oder mehrere bedeutsame Abschnitte der Geschichte der Menschheit" als nahezu einzigartiger und über ein Jahrtausend anhaltender Standort der Macht. Außerdem zeige es mit seiner "malerisch wirkenden Konzeption" - wie es Hermann ausdrückt - für einen "Zeitraum oder in einem Kulturgebiet der Erde eine n bedeutenden Schnittpunkt menschlicher Werte in Bezug auf die Entwicklung der Architektur, des Städtebaus oder der Landschaftsgestaltung", wie es die Unesco verlangt..

Nach derzeitigen Plänen umfasst die Bewerbung Schwerins drei Bereiche: Im Zentrum steht das Schloss, im Norden davon die Gruppe der Residenzbauten um den Alten Garten mit dem Kollegium, dem Mecklenburgischen Staatstheater, dem Staatlichen Museum und dem Marstall und im Süden der Schlossgarten. Um das Ensemble herum ist eine Pufferzone vorgesehen, die größere Bausünden in unmittelbarer Nähe des Ensembles ausschließen soll. Städtebaulich bedeutend sei der fließende Übergang zwischen dem historischen Residenzbereich und der mittelalterlichen Struktur der Altstadt, sagt Herrmann.

Trotz guter Aussichten gibt es auch Bedenken: Stadtvertreter Sven Klinger (CDU) hält den Titel Weltkulturerbe für die "schärfste Form des Denkmal schut zes", die mit hoher Wahrscheinlichkeit tiefe Einschnitte mit sich bringt. "Die erfolgreichen Schlossfestspiele des Theaters könnten zum Beispiel wegen der Beeinträchtigung der Sichtachse vor aussichtlich nicht mehr auf dem Alten Garten stattfinden.", sagt er. Im März 2012 sei ein weiteres Gutachten angekün digt, spätestens danach müssten die Schweriner in den Abwägungsprozess um die Bewerbung für den Titel mit einbezogen werden.

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