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Graf-Agassi-Kinder spielen kein Tennis : Die Gene für die Weltspitze

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Jaden Gil und Jaz Elle sollten es richten. Doch Steffi Graf und Andre Agassi versetzten der Sport-Nation USA einen Tiefschlag. Ungeachtet ihrer Gene ist aus dem Haus Graf-Agassi in Sachen Tennis nicht viel zu erwarten.

svz.de von
erstellt am 24.Jan.2012 | 07:23 Uhr

Melbourne | Jaden Gil und Jaz Elle sollten es eigentlich richten. Doch Steffi Graf und Andre Agassi versetzten der zuletzt ohnehin schwächelnden Tennis-Nation USA einen weiteren Tiefschlag. Ungeachtet vielversprechender Gene ist aus dem Haus Graf-Agassi in Sachen Filzball-Karriere nicht viel zu erwarten. Der zehnjährige Sohn Jaden spielt lieber Baseball und inzwischen auch Golf, seitdem er neulich in der Garage in Las Vegas einen Schläger gefunden hat. "Er ist ganz verrückt danach. Und das jeden Tag", berichtete unlängst Steffi Graf, seit 2001 mit Andre Agassi verheiratet. Die zwei Jahre jüngere Jaz Elle hat derweil längst ihre Liebe für Hip-Hop-Tanzen und Reiten entdeckt. Eine tennisverrückte Nation funkt also weiter SOS, nachdem im Achtelfinale der Australian Open erstmals seit 40 Jahren kein Amerikaner stand.

Ungewöhnlich wäre es nicht, wenn die Graf-Agassi-Kids irgendwann und in irgendeinem Sport richtig gut werden. Im Tennis-Zirkus jedenfalls sind viele Topprofis unterwegs, denen das Talent quasi in die Wiege gelegt wurde. Dabei spielt es offenbar keine Rolle, dass die Wahl der Sportart von Generation zu Generation variieren kann. "Egal, ob Fußball oder Tennis. Es hilft einem einfach, wenn die Eltern nachempfinden können, was man als Athlet denkt und fühlt. Außerdem wird man von klein auf an den Sport herangeführt", sagte die in Melbourne topgesetzte Caroline Wozniacki. Papa Piotr war einst Profifußballer wie ihr Bruder Patrik, Mutter Anna stand in der polnischen Volleyball-Nationalmannschaft.

Rafael Nadals Onkel Miguel Angel kickte früher für den FC Barcelona und wurde zum "Biest von Barca". Real-Madrid-Fan Nadal stürzte das zunächst in einen Gewissenskonflikt. "Als er aufhörte, war ich froh: Da konnte ich endlich wieder zu Real halten", berichtete der French-Open-Sieger in Melbourne.

Leo Clijsters, der 2009 verstorbene Vater von Kim Clijsters, nahm als belgischer Verteidiger an zwei Fußball-Weltmeisterschaften teil. Auf anderem Parkett war Jo-Wilfried Tsongas Vater Didier erfolgreich: Er wanderte aus dem Kongo nach Frankreich aus, um Handballprofi zu werden. Der zweite Sohn Enzo versucht sich als Basketballer. Roger Federer ist in dieser Hinsicht eher unbelastet. Dafür wird auf dem Wettmarkt bereits spekuliert, ob seine im Juli 2009 geborenen Zwillingstöchter Charlene Riva und Myla Rose irgendwann in die großen Fußstapfen des Grand-Slam-Rekordsiegers treten könnten. Die Quote steht bei 100:1, wenn eine der beiden irgendwann einmal Wimbledon gewinnt. Coachen will Federer seine Töchter aber nicht. "Nein, dazu bin ich nicht der Typ", sagte der Schweizer, der mit der Ex-Profispielerin Mirka Vavrinec verheiratet ist. Die Kehrseite der Medaille in der Beziehung der Sportstars von einst zu ihren Kindern bringt Nadja Petrowa auf den Punkt. Die Eltern der Weltranglisten-31. aus Russland, ein Hammerwerfer und eine Olympia-Staffelläuferin, erinnert sich: "Ich musste immer perfekt trainieren, sonst gab es Ärger mit Mama und Papa. Aber dieser Weg war rückblickend der richtige."

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