Aero-Clubs in Güstrow-Bockhorst : Die Freiheit über den Wolken

Jürgen Dargus kontrolliert seinen Tragschrauber. Er gehört auch schon zu den etablierten Vereinsmitgliedern, ist mit Leib und Seele dabei.
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Jürgen Dargus kontrolliert seinen Tragschrauber. Er gehört auch schon zu den etablierten Vereinsmitgliedern, ist mit Leib und Seele dabei.

Ein buntes Treiben herrscht jeden Sonnabend auf dem Güstrower Segelflugplat. Auch im Winter verbringen die Männer und Frauen viele Stunden auf dem Gelände des Aero-Clubs in Güstrow-Bockhorst.

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15. Februar 2011, 11:04 Uhr

Ein buntes Treiben herrscht jeden Sonnabend auf dem Güstrower Segelflugplatz - und das, obwohl erst frühestens im März wieder mit dem Fliegen begonnen werden kann.

Doch auch im Winter verbringen die Männer und Frauen viele Stunden auf dem Gelände des Aero-Clubs in Güs trow-Bockhorst. Jeden Sonnabend um 10 Uhr treffen sich die Vereinsmitglieder, um die Segelflieger für die neue Saison fit zu machen. "Wir arbeiten dabei ein komplettes Reparaturprogramm ab und haben dafür eine festgelegte Folge", sagt Hans Kuhardt, 2. Vorsitzender des Vereins. Jedes der sieben Vereinsflugzeuge besitzt dabei eine so genannte Lebensakte (vergleichbar mit der Zulassung beim Auto), die auf den neuesten Stand gebracht werden muss.

Hierzu werden die Segelflieger in Rumpf, Tragflächen und Höhenleitwerk zerlegt. Jede Funktion und jede noch so kleine Schraube wird in den rund 50 Arbeitsstunden, die pro Flugzeug etwa dafür aufgebracht werden müssen, geprüft. Ein externer Kontrolleur nimmt dann die Jahresnachprüfung ab, macht Gebrauch von Stichproben oder kontrolliert beispielsweise die Ruderausschläge. Erst dann darf die Maschine wieder von der Startbahn abheben.


Fünf Stunden Arbeitsaufwand für eine Flugstunde

"Um im Sommer eine Stunde fliegen zu können, sind rund fünf Stunden Arbeitsaufwand nötig. Außenstehende unterschätzen das oft", sagt Karsten Rühmling vom Aero-Club. Ein enormer Zeitaufwand für die 34 aktiven Vereinsmitglieder. Hinzu kommen elf Modellflieger sowie knapp 40 fördernde Mitglieder.

Doch nicht nur die Flugzeuge müssen instand gehalten werden. Auch das Gelände rund um die Flughallen, zu dem die mehr als 1000 Meter lange Startbahn zählt, muss permanent gepflegt werden. "Mähen, schleppen, walzen", steht regelmäßig auf der Tagesordnung. Auch wichtig: Die Startwinde. "Auch diese unterliegt regelmäßigen Kontrollen und wird zu Jahresbeginn geprüft", sagt Hans Kuhardt. "Denn die Sicherheit hat bei uns oberste Priorität", betont der 53-Jährige.

Gefahr gebe es beim Segelfliegen jedoch keine, sind sich die beiden Männer einig. "Das Segelflugzeug ist das einzige, das dafür konzipiert wurde, sich ohne Motor in der Luft zu halten. Mit einer fundierten Ausbildung als Grundstein kann nichts passieren", sagt Karsten Rühmling, dessen 18-jährige Tochter Sarah mittlerweile die Leidenschaft für die Fliegerei teilt. Bei einer guten Thermik kann ein Segelflieger ohne Probleme zwölf Stunden und länger in der Luft bleiben und Strecken von weit über 500 Kilometer zurücklegen. "Oben in der Luft ist man frei und befindet sich im völligen Einklang mit der Natur. Die Bedingungen sind immer wieder anders und abwechslungsreich", schwärmt Hans Kuhardt von seinem Hobby, dem er bereits seit 1980 mit großer Leidenschaft nachgeht.

Doch auch über die Fliegerei hinaus sind die Mitglieder des Aero-Clubs eine eingeschworene Gemeinschaft. "Sonnabends wird meist von zehn bis 17 Uhr gearbeitet, danach gehen viele zusammen in die Sauna", so Kuhardt. "Feste im Vereinshaus oder das obligatorische Osterfeuer sind ebenfalls ein fester Bestandteil", fügt er an.

Wer ins Vereinsleben ein bisschen hineinschnuppern will, dem bietet der Klub Mitfluggelegenheiten an.

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