Boizenburg : Die Bebel-Schule bleibt das große Ziel

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Trotz großer Bemühungen muss ein ehrgeiziges Vorhaben einmal mehr verschoben werden. Die Rede ist vom Umbau der ehemaligen Schule "August Bebel" zum Verwaltungszentrum.

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16. Dezember 2010, 11:19 Uhr

Die Haushaltslage ist alles andere als üppig. Dennoch baut Boizenburg weiter seine Infrastruktur aus. Das gelingt der Stadt vor allem mit zuverlässigen Partnern und mit Hilfe von Fördermitteln.
Diese Maßnahme bleibt unser großes Ziel, versicherte Heinz Gohsmann. Dietmar Kreiß sprach mit dem Vorsitzenden der SPD-Fraktion und des Ausschusses für Bau, Stadtplanung, Verkehr und Denkmalschutz über alte, aktuelle und geplante Projekte der Stadt.

Herr Gohsmann, in der Galliner Straße wurde länger gebaut als geplant. Was führte zur Verzögerung?

Heinz Gohsmann: Die Galliner Straße war eine sehr wichtige Baustelle für die Stadt. Mit ihrem Ausbau und dem der Fritz-Reuter-Straße wollten wir eigentlich den Durchgangsverkehr in Richtung Neuhaus auf die Umgehungsstraße lenken. Bisher rollt der aber noch durch die Stadt. Die längere Bauzeit hatte verschiedene Ursachen, wie die im August 2009 gefundene Fliegerbome und der drei Monate andauernde Winter.

Rund 2,3 Millionen Euro sind in die etwa einen Kilometer lange Baustelle geflossen. Am Ende musste die Stadt noch einmal um die 30 000 Euro drauflegen. Warum?

Zu dem Projekt gehörte der Austausch des Mischkanals durch einen Schmutz- und Regenwasserkanal, was umfangreiche Tiefbauarbeiten erfordert. Da kann immer etwas gefunden werden, was den Ablauf verzögert und mehr Kosten verursacht. Hier war es kontaminierter Boden, der stärker belastet war, als ursprünglich angenommen. Die Mehrkosten für die Entsorgung des Sondermülls aus Vorkriegs- und DDR-Zeiten und den Bodenaustausch teilen sich, wie die Investition die Partner dieser Gemeinschaftsmaßnahme, wie Straßenbauamt Schwerin, die Stadt Boizenburg sowie Wemag und Versorgungsbetriebe.

Müssen die Anwohner dabei auch tiefer in die Tasche greifen?

Es ist eine logische Folge, dass sich die Kostenerhöhung auf die Anschlussbeiträge, die zu erheben sind, niederschlagen. Das betrifft die Hausanschlüsse sowie anteilig den Fuß- und Radweg.

Im Stadthaus sind Handwerker zu Gange. Weshalb nicht zeitgleich in der einstigen Bebel-Schule, wie es früher einmal gefordert war?

Das ist eine Frage des Geldes. Wir erhalten derzeit einfach nicht ausreichend Fördermittel, um auch den Umbau der ehemaligen August-Bebel-Schule in Angriff nehmen zu können. Rund 700 000 Euro wurden uns unter der Bedingung zur Verfügung gestellt, noch in diesem Jahr mit dem Bauen zu beginnen. Zu wenig für beide Projekte. Daher fiel in der Stadtvertretung der Beschluss, erst den um die 150 Jahre alten unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkbau von Grund auf zu sanieren. Die Bebel-Schule behalten wir als großes Ziel im Blick.

Im Ortsteil Schwartow soll ein neues Wohngebiet entstehen. Wen Haben Sie als künftige Bewohner besonders im Blick?

In Schwartow wollen wir den B-Plan 30 verwirklichen, um den unsere Fraktion genau genommen mit dem vor sieben Jahren gefassten Aufstellungsbeschluss kämpft. Wir wollen, dass unsere Stadt wieder eigene Wohnbauflächen anbieten kann. Nun sind wir endlich auf einem guten Weg, mit Hilfe der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin und der Landesgrunderwerb M-V GmbH etwa 45 Baugrundstücke am südöstlichen Siedlungsrand von Schwartow für Einfamilienhäuser erschließen und mit einem Preis von rund 40 Euro pro Quadratmeter recht günstig anbieten zu können. Im Januar soll der Satzungsbeschluss folgen. Wir hoffen, dass dann insbesondere junge Familien hier ihr eigenes Zuhause in einer natürlich reizvollen Gegend mit guter Infrastruktur errichten.

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