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Nikolaus, Weihnachtsmann und Co. : Die Akteure der Weihnachtszeit

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Nikolaus, Christkind, Weihnachtsmann, Lucia, Hexe Befana oder die Heiligen Drei Könige - in der Weihnachtszeit sind ganz verschiedene Gabenbringer rund um den Globus im Einsatz. Ein Überblick:

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erstellt am 24.Dez.2012 | 09:38 Uhr

Nikolaus, Christkind, Weihnachtsmann - in der Weihnachtszeit sind verschiedene Gabenbringer im Einsatz. Ein Überblick:

NIKOLAUS: Seit dem 11. Jahrhundert zieht er traditionell am 6. Dezember durchs Land, um braven Kindern „Apfel, Nuss und Mandelkern“ zu bringen. Vielerorts stellen sie dazu am Vorabend ihre Stiefel vor die Tür, die nachts gefüllt werden. In manchen Gegenden macht er im Bischofsgewand Hausbesuche. Um freche Kinder zu bestrafen, hat er oft einen grimmigen Begleiter: Knecht Ruprecht oder Krampus. Als historisches Vorbild für den Nikolaus gilt der Bischof von Myra, der im 3. und 4. Jahrhundert lebte und Schutzpatron der Kinder ist.

CHRISTKIND: In evangelischen Gebieten kam von der Mitte des 16. Jahrhunderts an zu Weihnachten das Christkind. Als Gegner der katholischen Heiligenverehrung ersetzte der Reformator Martin Luther Sankt Nikolaus durch die Figur, die zwar den neugeborenen Christus darstellen soll, aber oft als Mädchen im Engelsgewand erscheint. Heute schreiben jedoch vor allem Kinder in katholischen Regionen des deutschsprachigen Raums Wunschzettel an das Christkind, Kinder aus protestantischen Gegenden schreiben an den Weihnachtsmann.

WEIHNACHTSMANN: Als Nachfahre des Nikolaus bringt er an Heiligabend oder in der folgenden Nacht Gaben für die Kinder. Dabei soll der bärtige alte Mann auf einem fliegenden Rentierschlitten von Haus zu Haus reisen. Seinen roten Mantel verdankt er wohl Sankt Nikolaus. Stiefel, Sack und Rute wurden von Knecht Ruprecht übernommen. Niederländische Auswanderer brachten Nikolaus (holländisch: Sinterklaas) im 17. Jahrhundert mit nach Amerika. Aus dieser Figur entwickelte sich der amerikanische Santa Claus, der als Weihnachtsmann nach Europa zurückkehrte.

LUCIA: In Schweden kommt am 13. Dezember die Luciakönigin - mit Zweigenkranz und brennenden Kerzen auf dem Kopf und verteilt Safranbrot. Die im 19. Jahrhundert entstandene Tradition der skandinavischen Lichtergestalt erinnert an die heilige Lucia, die um das Jahr 300 den Märtyrertod erlitt. In der Zeit der langen Nächte soll ihr Licht symbolisch Hexen und böse Geister vertreiben.
Geschenke an Heiligabend bringt schwedischen Kindern dann der Weihnachtswichtel Jultomte - tatkräftig unterstützt von der Zwergenschar der Tomtebisse.

HEILIGE DREI KÖNIGE: In Spanien gibt es erst am 6. Januar Geschenke. Dann ziehen die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar mit ihren Gaben durch die Dörfer und werden mit prachtvollen Umzügen gefeiert. Der Brauch geht darauf zurück, dass das Jesuskind zwar am 24. Dezember geboren wurde, die Heiligen Drei Könige aber erst im Januar eintrafen, um ihm zu huldigen.

HEXE BEFANA: Für das Schenken ist in Italien die wenig attraktive, aber liebenswerte Hexe Befana zuständig. In der Nacht zum 6. Januar fliegt sie auf ihrem Besen von Haus zu Haus, rutscht wie der Weihnachtsmann durch den Kamin und beschenkt brave Kinder. Für die Unartigen hat sie Kohle im Gepäck. Ihr Name ist vermutlich vom Fest Epiphanias am 6. Januar abgeleitet. Der Legende nach hat Befana die Bescherung des neugeborenen Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige verpasst. Seitdem sucht sie jedes Jahr erneut das Christkind - und bis sie es gefunden hat, bringt sie allen Kindern Geschenke.


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