Dickes Geweih – hoher Preis: Jagdgäste bringen dem Land 1,4 Millionen Euro

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31. Oktober 2008, 09:10 Uhr

Eberswalde/Michendorf - Das Land Brandenburg nimmt durch Jagdgäste aus dem In- und Ausland nach Angaben der Landesforstanstalt pro Jahr rund 1,4 Millionen Euro ein. „Das ist ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor“, sagte Sprecher Jan Engel in Eberswalde.

Das Erlegen eines besonders großen Hirsches zum Beispiel könne einen Jäger bis zu 5000 Euro kosten. „Je dicker das Geweih, desto höher der Preis.“ Nicht nur aus finanziellen Gründen seien die Jagdgäste willkommen. „Ein Förster kann so etwas gar nicht alleine.“ Die Jäger trügen auch dazu bei, den märkischen Wildbestand zu reduzieren und den Tourismus zu stärken.

Denn schon längst hätten sich Hoteliers und andere Anbieter von Unterkünften auf den Besuch auswärtiger Waidmänner eingestellt. Es gebe sogar professionelle Vermittler, die Jagd und Aufenthalt als Paket organisierten, sagte Engel. Wer ein langfristiges Interesse an der Jagd in brandenburgischen Wäldern habe, könne sich zudem für ein bestimmtes Waldstück einen so genannten Begehungsschein ausstellen lassen, der ein Jahr lang gültig sei. Die Kosten dafür lägen bei 700 bis 1000 Euro pro Jahr.

Holländer sind Stammgäste seit 15 Jahren

„Wir haben Gäste aus Holland, die schon seit 15 Jahren kommen“, betonte Engel. Andere Jäger kämen meist aus dem benachbarten Ausland wie Dänemark und Belgien oder den alten Bundesländern – aber auch aus Brandenburg selbst und Berlin. 60 bis 70 Prozent der Waidmänner, die Wild im märkischen Landesforst erlegen, seien Gäste. Die meisten kämen aus der Region. Auf den 280 000 Hektar großen Jagdflächen des Landes werden Engel zufolge pro Jahr rund 20 000 Stück Wild erlegt.

Nach Auskunft von Lutz Dolling, Präsidiumsmitglied beim Landesjagdverband, gibt es viele Gründe, warum Gäste zur Jagd ins waldreiche Brandenburg kommen: In Dänemark gebe es kein Schwarzwild, in den Niederlanden herrsche ein „sehr restriktives“ Jagdgesetz. „Die Jäger weichen dann ins Ausland aus.“ Von einem Jagdtourismus könne man aber nicht sprechen.

Das Geld, das Brandenburg durch die Jagd einnehme, komme auch dem Wald zugute, betonte Engel von der Landesforstanstalt. Finanziert werden könne damit zum Beispiel die Aufforstung. „Wald vor Wild“, laute das Motto. Insgesamt nehme das Land durch die Jagd 2,5 Millionen Euro pro Jahr ein.

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