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Deutschlands Startelf: Vom Chef bis zum WM-Knipser

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erstellt am 25.Jun.2010 | 08:40 Uhr

Erasmia | Die medizinische Abteilung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft arbeitet rund um die Uhr für einen Einsatz der angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Jérome Boateng im WM-Achtelfinale gegen England. "Es steht hinter beiden Spielern ein ganz großes Fragezeichen", berichtete Bundestrainer Joachim Löw gestern. Beide Akteure laborieren an muskulären Problemen. Kapitän Philipp Lahm rechnet dennoch damit, dass sein Münchner Club-Kollege Schweinsteiger morgen in Bloemfontein auflaufen wird: "Ich bin sicher, dass Bastian spielen wird. Er ist ein großer Kämpfer." Auch Löw strich die Bedeutung des Vize-Kapitäns heraus: "Bastian ist das Herz dieser Mannschaft, der Motor im Mittelfeld."

Aber so oder so: Für die elf auserwählten Spieler steht eine schwere Aufgabe an. Hier die Stärken und Schwächen der elf Hoffnungsträger der Nation.

Manuel Neuer: Der Schalker fühlt sich inzwischen wohl im Trikot mit der Nummer 1 - von Aufregung war am Kap wenig zu spüren. Zwei Partien war er aufmerksam, aber ohne große Bewährung. Gegen Ghana hielt der 24-jährige Ur-Schalker mit einer Weltklasse-Parade Deutschland im Spiel. Der leidenschaftliche Skifahrer gibt viel Sicherheit.

Philipp Lahm: Der 26-jährige wurde für den verletzten Michael Ballack zum Kapitän. Und der nur 1,70 Meter große Dauer-Renner ging immer voran, verspürt nur "Lust". Wie beim FC Bayern rückte er auf die rechte Außenbahn, das tut ihm gut. Super als Tore-Verhinderer. Sein größter Tag kommt aber erst nach der WM: Hochzeit mit Claudia.

Per Mertesacker: Der Bremer Abwehr-Recke sucht noch seine Form. Gegen Ghana war er sogar ein Sicherheitsrisiko. 1,98 Meter groß, 90 Kilo schwer - seine Stärken in der Luft sollen gegen England helfen. Löw setzt auf die Durchsetzungsfähigkeit des 25-Jährigen.

Arne Friedrich: In Berlin abgestiegen, erlebt der "Liebling aller Schwiegermütter" in Südafrika unverhofft einen neuen Frühling. Der 31-Jährige wurde in der Vorrunde zum Abwehrchef und Führungsspieler. Der Hobby-Golfer will sich mit weiteren starken Spielen auch für einen neuen Club empfehlen: Es wird sein letzter großer Vertrag.

Marcell Jansen: Trotz fehlender Wettkampfpraxis nahm Löw den Hamburger mit nach Südafrika, verordnete ihm ein Aufbauprogramm. Er kämpfte sich immer weiter heran, gegen Ghana ersetzte der 24-Jährige den angeschlagenen Jérome Boateng.

Sami Khedira: U21-Europameister im Vorjahr gegen England, jetzt muss er für den verletzten Ballack in der A-Elf ran. Nach gutem Beginn stotterte der WM-Motor - der Deutsch-Tunesier kam vor allem gegen Ghana mit dem Druck nicht klar. 2007 war er mit Stuttgart schon Meister. Er liebt das afrikanische Essen aus dem Land seines Vaters.

Bastian Schweinsteiger: Der neue Vize-Kapitän ist der Chef auf dem Platz. Er ist die Schaltzentrale und gleichzeitig der Abräumer. Schon 77 Länderspiele, fünf Meistertitel und drei große Turniere mit 25. Nach einer Oberschenkel-Blessur kämpft er um seinen Einsatz. Quad-Fahren gehört im Quartier zu seinen Lieblings-Beschäftigungen.

Thomas Müller: Der Aufsteiger der Saison rückte im ersten Turnierspiel in die erste Elf und blieb drin. Mit viel Mut und Selbstbewusstsein trat der Münchner an, traf gleich im ersten Spiel. Der 20-Jährige kennt keine Nervosität. Auch die Nr. 13 des berühmten Gerd Müller ist für den neuen Müller kein Rucksack.

Mesut Özil: In den gebürtigen Gelsenkirchener hat sich die ganze Fußball-Nation verliebt: Tanzte die Australier aus, schoss ein Traumtor zum 1:0 gegen Ghana. Der Ball ist sein bester Freund - auch beim Computerspiel. Seine Freundin begleitet den 21-Jährigen in Südafrika vom ersten Spiel an. Özil steht für die neue Generation.

Lukas Podolski: Poldi bleibt Poldi - in der Nationalelf brennt der Kölner einfach. Mit 39 Toren in 76 Länderspielen, zuletzt gegen Australien, jagt der 25-Jährige alle Rekorde.

Miroslav Klose: Nach Gelb-Rot-Sperre brennt der gebürtige Pole auf England. Zwei dumme Fouls stoppten den 32-Jährigen gegen Serbien. Sein Treffer gegen Australien war sein elftes WM-Tor, nur Gerd Müller (14) liegt vor ihm. Bei Bayern frustriert, kämpfte sich Klose mit vielen Extraschichten wieder heran. Bald 100. Länderspiel.

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