Deutschland will Obama ein "verlässlicher Partner" sein

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) haben dem künftigen US- Präsidenten Barack Obama eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zugesichert.

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06. November 2008, 06:30 Uhr

Auch Bundespräsident Horst Köhler schrieb am Mittwoch an den 47 Jahre alten demokratischen Senator, er könne als Präsident "auf Deutschland als einen verlässlichen Partner und langjährigen Freund zählen". Deutschland und die USA seien durch gemeinsame Werte fest miteinander verbunden. Diese seien das Fundament für die enge Zusammenarbeit in der transatlantischen Gemeinschaft.

Merkel schrieb an Obama: "Die Welt steht zu Beginn Ihrer Amtszeit vor bedeutenden Herausforderungen. Ich bin überzeugt, dass wir in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Europa den neuartigen Gefahren und Risiken entschlossen begegnen und die vielfältigen Chancen, die sich in unserer globalen Welt eröffnen, gut nutzen werden." Die Bundesregierung sei sich stets "der Bedeutung und des Wertes der transatlantischen Partnerschaft für unsere gemeinsame Zukunft bewusst".

Steinmeier sagte, er habe Obama bisher als Politiker erlebt, der zusammenführen und am Ende besonnen und souverän handeln könne. Mit Obamas Wahl hätten die USA in der Innen- und Außenpolitik den Wechsel gewählt. Er erwarte, dass das transatlantische Verhältnis nun wieder enger werde, erklärte Steinmeier, der auch Vizekanzler ist.

"Symbol eines jahrhundertelangen Kampfes um Gleichberechtigung"

Der Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen, Karsten Voigt (SPD), sagte dem Sender n-tv, der Sieg Obamas sei eine große Chance, um an Lösungen für alte Probleme etwa beim Klimaschutz, der Abrüstung oder in den Beziehungen zu Russland zu arbeiten. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Eckart von Klaeden (CDU), sagte dem SWR, Merkel und Steinmeier sollten das Gespräch mit der neuen US-Regierung suchen, bevor diese sich in wichtigen Punkten wie der Finanzmarktordnung, der Weltwirtschaft sowie dem Freihandel festgelegt habe.

Grünen-Chef Reinhard Bütikofer betonte im Südwestrundfunk (SWR), Obama sei als erster schwarzer US-Präsident "das Symbol eines jahrhundertelangen Kampfes um Gleichberechtigung". Das werde nicht nur in den USA viel verändern, sondern auch das Bild Amerikas in der Welt positiv beeinflussen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Fritz Kuhn unterstrichen, die Wahl Obamas biete die Möglichkeit für positive Veränderungen in den internationalen Beziehungen und für einen Ausbau der transatlantischen Partnerschaft.

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