Deutsche Kinderhilfe fordert zügigere Ermittlungen gegen Jugendamt

svz.de von
16. Juli 2008, 09:46 Uhr

Berlin/Schwerin - Die Deutsche Kinderhilfe hat im Fall Lea-Sophie zügigere Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Mitarbeiter des Schweriner Jugendamts gefordert. Es sei nicht nachzuvollziehen, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen die Verantwortlichen in der Verwaltung erst vom Verlauf des Prozesses gegen die Eltern des verhungerten Mädchens abhängig machen wolle. In dem Verfahren, das am Dienstag beginnt, gehe es ausschließlich um die Feststellung der individuellen Schuld der Eltern, teilte der Verein am Montag in Berlin mit. Um gegen mögliche Schuldige in Verwaltung und Politik vorzugehen, müsse der Prozess nicht abgewartet werden.

Die Deutsche Kinderhilfe verwies in dem Zusammenhang auf einen Bericht eines Untersuchungsausschusses der Stadtvertretung Schwerin, in dem von erheblichen, zum Teil eklatanten Mängeln in der Bearbeitung des Falles Lea-Sophie durch das Jugendamt die Rede war. Der tragische Tod des Mädchens war demnach vermeidbar.

Ein Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass Erkenntnisse aus dem Prozess gegen die Eltern Lea-Sophies für die Ermittlungen gegen Jugendamtsmitarbeiter nötig seien. „Was dort an Beweisen aufgenommen wird, ist auch für die Ermittlungen relevant“, sagte Behördensprecher Hans-Christian Pick. Aus dem gesamten Bundesgebiet lägen zahlreiche Anzeigen vor.

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