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Fernsehen : Der Wettbewerb zerfrisst auch große Namen

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Rund vier Stunden guckt jeder Deutsche tagtäglich in die Röhre. Im TV werden Sternchen geboren und werden zu Stars. Manche bleiben es ein Leben lang. Aber auch große Namen verglühen.

svz.de von
erstellt am 28.Dez.2012 | 06:30 Uhr

Berlin | Schillernd, schrill und strahlend: Das deutsche Fernsehen, ob in privater oder öffentlich-rechtlicher Hand, sendet mit ungebrochenem Selbstbewusstsein in die Haushalte, schaut doch jeder Deutsche rund vier Stunden am Tag ins Pantoffelkino.

Die Gunst des Publikums fällt dabei sehr unterschiedlich aus. Während Sport, Krimi und die große Show angesagt sind, haben einige Moderatoren und Entertainer der Bildschirm-Generation um die 50 im Jahr 2012 mit ihren Formaten herbe Rückschläge einstecken müssen.

Durchgefallen: Thomas Gottschalk

Was er anpackte, wurde definitiv nicht wie bei König Midas zu Gold. Im Dezember 2011 bei seinem Abtritt von der "Wetten, dass..?"-Bühne noch frenetisch gefeiert, erlebte er gleich bei seinem ARD-Start mit der Vorabendshow "Gottschalk Live" am 23. Januar eine böse Bauchlandung: Die Quoten verbuchten einen fast senkrechten Abgang. So schlecht wie seine Show lief bis dahin nichts im ARD-Programm - Anfang Juni war Schluss.

Alles nur ein Ausrutscher?

Nein!

Der 62-Jährige wechselte die Pferde, aber auch ohne Glück. Schon im Sommer hockte er für RTL neben seiner ehemaligen "Wetten, dass..?"-Partnerin Michelle Hunziker und Dieter Bohlen in der Jury der traditionell quotenstarken Show "Das Supertalent".

Doch als es mit der Ausstrahlung im September losging, verließen die Zuschauer auch die RTL-Talentsuche in Scharen, bei den Live-Shows im Dezember erholten sich die Werte kaum.

Die Gottschalk-Verpflichtung lohnte sich nicht für RTL, eine Fortsetzung mit dem großen Zampano scheint fraglich.

Zuschauerschwund: Harald Schmidt

Der 55-Jährige dockte nach seiner erfolglosen Rückkehr zu Sat.1 beim Bezahlsender Sky an. Doch die ohnehin schon wenigen Fans des Late Night Talks blieben der Show im Abo-TV erst recht fern. Die GfK-Fernsehforschung in Nürnberg ermittelte kurz nach seinem Start für seine Show nach der Ausstrahlung in drei verschiedenen Sky-Sendern 0,0 Millionen Zuschauer, danach wurde es wieder etwas besser. Trotzdem: Ein bitterer Tiefpunkt für den Kalauerkönig aus dem Schwabenland, der mit seiner Late Night Show bei seiner ARD-Premiere im Dezember 2005 noch rund sechs Millionen Zuschauer zählte.

Verloren: Linda de Mol

Die 48-jährige Holländerin, in den 90er Jahren einer der Shootingstars des jungen Privatsenders RTL, versuchte nach 2008 im ZDF erneut ein TV-Comeback in Deutschland, diesmal bei Sat.1. Doch die Show "The Winner is...", eine Mischung aus Spiel- und Castingshow, kannte nur einen Verlierer - und der hieß Linda de Mol. Die Quoten stimmten nicht, eine Neuauflage der Sendung unwahrscheinlich.

Kollegin Ulla Kock am Brink (51) konnte das Sat.1-Publikum mit "Die perfekte Minute" nicht überzeugen, ebenso wenig wie Detektiv Lenßen, der ins Vorabendprogramm zurückkehrte und wieder verschwand.

Die Neuauflage der Spielshow "Die Pyramide" floppte auch -im ZDF.

Positive Überraschungen

Markus Lanz gehörte mit seinen ersten beiden "Wetten, dass..?"-Vorstellungen im ZDF zu den Gewinnern des Jahres. Die Shows fielen zwar zum Teil etwas hektisch aus, aber die Einschaltquoten der Premiere (13,62 Millionen) und der zweiten Ausgabe (10,74 Millionen) konnten sich sehen lassen. Die dritte Ausgabe lag bei 8,89 Millionen - zwar weniger, aber immer noch über der Sendervorgabe von acht Millionen.

Auch der Krimiklassiker "Tatort" läuft in der ARD auf Hochtouren: Mit 12,19 Millionen Zuschauern verbuchte das Duo Jan Josef Liefers/Axel Prahl am 25. November den besten Wert der Reihe seit 1993.

Was die ARD mit "Gottschalk live" und den neuen Krimiserien "Heiter bis tödlich" am Vorabend nicht schaffte, gelang dafür dem Privatsender RTL II ohne viel Aufhebens: Die Dauerserie "Berlin - Tag & Nacht" mit Laiendarstellern, die zwischen Rolle und Wirklichkeit kaum noch unterscheiden können, treibt vor allem das junge Publikum vor die Bildschirme: Daher gibt es ab Januar mit "Köln 50667" einen Ableger der Serie im Rheinland.

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