Der Philosoph in der SPD

Mathias Brodkorb polarisiert.
Mathias Brodkorb polarisiert.

Mathias Brodkorb (31) ist stellvertretender Parteichef

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13. Dezember 2008, 06:33 Uhr

Mit Karl Marx hat es angefangen. 15-jährig las Mathias Brodkorb dessen Schriften in der Schule. Er war gleich von ihnen fasziniert, trat 1994 in die PDS ein – und drei Jahre später wieder aus. Brodkorb distanziert sich, „weil die PDS genauso wie Marx nur kritisiert, ohne Gegenmodelle zu liefern“. Der Rostocker sei „politisch erwachsen“ geworden, suchte eine „konstruktive Partei“ und wurde Mitglied der SPD. Das Motiv aber sei dasselbe geblieben: die Suche nach sozialer Gerechtigkeit.

Brodkorb ist heute bildungspolitischer Sprecher der SPD in MV, Vize-Landeschef und Vize-Fraktionsvorsitzender im Landtag. Als Erwin Sellering sein Kabinett aufstellte, wollte er Brodkorb gerne als Finanzminister haben. Das ließ sich aber in der SPD-Fraktion nicht durchsetzen, heißt es. Brodkorb gilt zwar als Hoffnung der Partei, aber auch als jemand, der eher polarisiert als integriert. Als studierter Philosoph gibt Brodkorb an der Uni Rostock unentgeltlich Lehrstunden zum Thema Rechtsintellektualismus. Seine Auseinandersetzung damit begann kurz nach dem Abitur. „Ich wollte einen NPD-Politiker auflaufen lassen, ging aber selbst als begossener Pudel aus dem Gespräch.“ Die Zeiten haben sich geändert. Brodkorb ist einer der Gründer der Internetforum „Endstation Rechts“.

Fünf Jahre hatte Brodkorb Mecklenburg-Vorpommern den Rücken gekehrt. Von 1987 bis 1992 lebte er mit seinem Bruder bei seinem Vater in Österreich. Sein Bruder blieb, Brodkorb ging zurück zur Mutter – in seine Heimatstadt Rostock.

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