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Neuer Fünf-Euro-Schein geht in Umlauf : Der neue Fünfer: Robust und fälschungssicher

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Ab Donnerstag gibt es einen neuen Fünf-Euro-Schein. Er ist der Auftakt der zweiten Euro-Banknotenserie. Sie soll die Hürden für Fälscher höher legen. Jahr für Jahr werden auch die anderen Scheine in Umlauf gebracht.

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2013 | 05:35 Uhr

Die Oberfläche ist fast überall so glatt wie ein Babypo, das Wasserzeichen erinnert an die mythologische Geburtsstunde Europas: Der neue Fünf-Euro-Schein, erstes Kind der neuen "Europa-Serie" und ab 2. Mai im Umlauf, soll das Vertrauen der Europäer in die Gemeinschaftswährung stärken - und Fälschern die Arbeit erschweren. 2012 wurden von der Bundesbank insgesamt 41 000 Euro-Blüten aus dem Verkehr gezogen, hieß es gestern bei der Präsentation des neuen Fünfers in der Rostocker Bundesbank-Niederlassungsleiterin. Im Vergleich mit der Anzahl echter Euro-Geldscheine - rund 14,9 Milliarden Stück - sei der Anteil der Fälschungen aber sehr niedrig. Ein Verbraucher müsse schon mehrere hundert Jahre alt werden, um rein statistisch Falschgeld in die Hand zu bekommen. Jährlich kommen in Deutschland auf 10 000 Einwohner fünf Falschgeldfälle. Im Euro-Raum ist der Durchschnitt dreimal so hoch. Gesamtschaden: 26 Millionen Euro.

Da die Kriminellen jedoch immer raffinierter werden, verbessert die EZB jetzt die Technologie der Banknoten. Denn nicht immer sind Fälschungen so plump wie diese: Eine gelbe 200-Euro-Note - in Russland als Souvenir verkauft - wurde mit Eurozeichen aus Geschenkpapier aufgehübscht und in einem Textilgeschäft erfolgreich zum Einkaufen benutzt. Trotz aufgeklebtem Hologramm, falschem Wasserzeichen, abweichenden Maßen und fehlender Notennummer. 200-er werden allerdings nur selten gefälscht. Kriminelle bringen eher "falsche Fuffziger" und neuerdings immer mehr 20-Euro-Scheine unters Volk. Beim schnellen Einkauf werden sie oft nicht genau geprüft.

Die zweite Generation der Euro-Banknoten soll die Hürden für Fälscher höher legen. Der neue Fünf-Euro-Schein hat neue Wasserzeichen und das Hologrammband am Rand des Scheins trägt das Motiv der Mythenfigur Europa. Zudem gibt es eine Smaragdzahl, auf der sich beim Kippen ein Lichtbalken auf und ab bewegt. Die "5" verändert ihre Farbe von Smaragdgrün nach Tiefblau. Erhabene Linien am linken und rechten Rand sollen die Scheine besser erkennbar für Blinde machen. Die Aufschrift "Euro" gibt es jetzt auch auf Kyrillisch, falls Länder wie Bulgarien den Euro einführen.

Die spürbarste Veränderung: Der neue Fünfer, der in der Herstellung weniger als fünf Cent kostet, ist lackiert. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass der Schein länger hält. Derzeit hat ein Fünf-Euro-Schein, der den Besitzer wechselt, eine Lebensdauer von knapp einem Jahr. Ein Zwanziger hält zwei Jahre, ein Fünfziger drei bis vier Jahre. In den kommenden Jahren sollen sämtliche Banknoten überarbeitet werden: 2014 der Zehner, 2015 der Zwanziger. Die alten Noten bleiben gültig.

Automaten, die Geldscheine zählen - auch Fahrkartenautomaten und Parkhauskassen - müssen ausgetauscht oder per Software-Update für die neuen Scheine fit gemacht werden. Die alten Scheine werden bei den Bundesbank-Filialen, bei denen Einzelhändler und Unternehmen ihre Einnahmen abliefern, nach und nach aussortiert.

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