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Wolfgang Kring bereitet Jubiläumsshow in Neu Damerow vor : "Der mit den Pferden spricht"

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"Der mit den Pferden spricht", so lautet der Titel des neuen Stückes der Apachen-Live-Show in Neu Damerow. Und genau genommen ist es eines der Leitmotive von Wolfgang Kring.

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erstellt am 08.Jul.2011 | 08:10 Uhr

Neu Damerow | "Der mit den Pferden spricht", so lautet der Titel des neuen Stückes der Apachen-Live-Show in Neu Damerow. Und genau genommen ist es eines der Leitmotive von Wolfgang Kring. Würde er nicht selbst mit seinen Pferden sprechen und dadurch mit den Tieren eins werden - wer weiß, vielleicht hätten die Vierbeiner nicht so ein großes Vertrauen zu ihrem Herrn. Schließlich verlangt Kring viel von ihnen. Vor allem von Chahee, einer Fuchsstute. Viele tolle Sprünge wollen die beiden zur Jubiläumsshow am 16. Juli um 18.30 Uhr zeigen. "Es sind Sprünge, wie sie durchaus beim S-Hindernisspringen der Springreiter zu sehen sind, nur dass bei uns noch zusätzlich Feuer im Spiel ist", erzählt Kring, der auch als Apache von Mecklenburg bekannt ist. Das Stück stammt wieder aus der eigenen Feder. Die fiktive Geschichte ist angelehnt an die Zeit um 1861, die Zeit des beginnenden Bürgerkrieges in den USA. Mit dabei ist auch "Falke", Krings braune Stute, mit der vor über 30 Jahren alles anfing.

Auf dem Hügel, auf dem jetzt die Zuschauer sitzen, spielte Wolfgang Kring, der bei seinem Großvater inmitten der Natur aufwuchs, bereits als Kind Indianer. Schon damals wurde unbewusst der Grundstein gelegt für sein Hobby und späteren Beruf. Die Indianer begeisterten ihn immer, vor allem ihre Naturverbundenheit und die Achtung vor den Geschöpfen, der Drang der amerikanischen Urbevölkerung nach Freiheit und einem Ende der Isolation in den Reservaten. Nach der Wende 1989/90 machte Kring aus seinem Hobby einen Beruf. Mit zwei Kumpels, vier Reiturlaubern und wenigen Freunden startete er vor 20 Jahren showmäßig voll durch. "Es war alles noch etwas holprig im Ablauf. Es fehlten Übung, Tontechnik und nur ein Tipi stand zur Verfügung", erinnert sich der Neu-Damerower. Aber die Zuschauer kamen und das spornte ihn an. Von Jahr zu Jahr steigerte sich das Können, die Zahl der Mitwirkenden wurde größer, die Stunts wurden attraktiver und "das anfangs nicht ausgereifte Szenarium wurde von Jahr zu Jahr besser", sagt der Chef.

"Schauspieler" aus ganz Deutschland pilgern zu Kring

Heute sind es bis zu 50 Freunde aus der gesamten Bundesrepublik, die ihren Urlaub opfern und nach Neu Damerow pilgern, in nur einer einzigen Woche ein Stück einstudieren, um es dann sechs Mal an den Wochenenden zu präsentieren. "Ihnen gilt mein ganz besonderer Dank, ohne sie würde das ganze Projekt nicht funktionieren", sagt Kring und freut sich, dass sie "eine gute Truppe" geworden sind. Manche sind schon seit 15 Jahren nonstop dabei, andere so wie es ihnen die Zeit ermöglicht.

Stolz ist Kring darauf, dass es ihm und seinen Freunden gelungen ist, seit 20 Jahren jährlich so eine Show präsentieren zu können, ohne dass ein einziger Cent an Fördermitteln in Anspruch genommen oder Sponsoren um Finanzhilfe gebeten wurden. Gut, mag mancher sagen, es ist ja auch keine durchweg professionelle Darbietung, bei der alles bis ins Kleinste abgestimmt ist. Hier spielen - bis auf Kring - nur Laien, die einfach Spaß und Lust am Spiel haben und dafür oft weite Anreisen auf sich nehmen. Das Publikum weiß dies zu honorieren. "Das ist hier so natürlich, man ist mittendrin, einfach super und fast unbeschreiblich", heißt es immer wieder von den kleinen und den großen Fans. Es stört sie auch nicht, dass es keine nummerierten Sitzreihen gibt, "man sitzt eben auf der Erde und spürt das Getrappel der Pferdehufe direkt", sagen die, die der Apachen-Live-Show die Treue halten.

Auch am 16. Juli, dem Tag der Premiere der Jubiläumsshow, werden wieder viele Freunde und Fans die Naturbühne bevölkern. Kinder bis zwölf Jahre haben an diesem Tage sogar freien Eintritt, noch schöner wäre es, wenn sie in Indianer- und Cowboykostüm erscheinen würden. Auch für die Zuschauer und Mitwirkenden sind kleine Überraschungen vorgesehen, die hier noch nicht verraten werden. Nur so viel: Es gibt einige neue Bühnenkulissen und vor allem sollen so viele Stunts zu sehen sein, wie selten zuvor. Auch die Spielfläche wurde um einige Meter vergrößert. Indianer und Soldaten wollen eine gemeinsame Quadrille, bestehend aus etwa 30 Pferden, reiten.

"Es sollen alle etwas von der Show haben, Naturfreunde, Indianerfreunde, Pferdesportler - eben alle und dafür arbeiten wir gemeinsam", so Kring. Und so fast ganz nebenbei betreibt Mecklenburgs bekanntester Indianerfreund auch noch Geschichtsaufklärung. Dazu tragen neben der Geschichte auch die Musik und die Tänze der Indianer bei.


WEITERE INFORMATIONEN

Zur Geschichte:
Es ist die Zeit des beginnenden Bürgerkrieges 1861 in Nordamerika. Indianer, Siedler und Soldaten leben relativ friedlich miteinander. Doch dann bricht der Bürgerkrieg aus. Siedler und Indianer bekommen Streit über einen geplanten Pferdeverkauf an die Soldaten und dieser eskaliert

Service:
Vorstellungen am 16. und 23. Juli sowie am 13. August jeweils 18.30 Uhr.
Weitere Aufführungen sind am 17. und 24. Juli sowie am 14. August jeweils um 16 Uhr.
Der Eintritt nur am Premierentag ist für Kinder bis 12 Jahre frei, sie sollten dafür aber in Indianer- oder Cowboykostüm kommen.
Die Naturbühne liegt an der B 192 zwischen Goldberg und Karow. Die Anfahrt zu den Parkplätzen ist ausgeschildert.
Da keine Sitzbänke vorhanden sind, sollten Decken oder Campingstühle mitgebracht werden.


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