Der Kampf der Krustentiere

Flusskrebs Barthe
Flusskrebs Barthe

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11. August 2009, 09:27 Uhr

Barth | Die Invasion der gefährlichen Einwanderer begann vor einigen Jahren an der Mündung. Seitdem rücken die amerikanischen Flusskrebse (Orconectes limosus) Jahr für Jahr bis zu zwei Kilometer stromaufwärts in der Barthe vor. Fast ein Drittel des 35 Kilometer langen vorpommerschen Flüsschens haben die Eindringlinge inzwischen erobert. Zuletzt hatten Biologen die Amerikaner schon bei Starkow geortet.

Einige Kilometer flussaufwärts scheint die Natur dagegen noch im Lot zu sein. Bei Hövet zieht Biologin Ines Podszuck einen kleinen Plastikkäfig mit einem Köder aus dem von Wasserpflanzen durchsetzten Strom. Die am Abend zuvor ausgelegte Schweineleber hat ihre Wirkung nicht verfehlt. In der Falle strecken gleich drei Jungkrebse ihre Zangen entgegen. "Das sind etwa dreijährige Vertreter des Europäischen Flusskrebses (Astacus astacus)", sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin des Stralsunder Meeresmuseums. Eine inzwischen vom Aussterben bedrohte Art - von einst 22 Beständen in Mecklenburg-Vorpommern sei, abgesehen von kleinen Restgruppen nur noch diese Population in der Barthe übriggeblieben.

Ja früher, da hab es hier massenweise Krebse gegeben, erinnert sich eine ältere Dorfbewohnerin. Im Sommer hätten die Kinder immer Krebse gefangen, gekocht und gegessen.

Nun drohen die aus Amerika eingewanderten Artgenossen den heimischen Krustentieren endgültig den Garaus zu machen. Denn die sogenannten Kamberkrebse, die schon 1890 von einem Sportfischer in der Oder ausgesetzt worden waren und sich seitdem über ganz Norddeutschland ausbreiteten, sind Überträger der Krebspest, gegen die der heimische Flusskrebs nicht immun ist. Breche die Seuche erst einmal aus, dann drohe der ganze Bestand binnen weniger Wochen auszusterben, warnt Steffen Teufel, der vor drei Jahren im Landkreis Parchim mit einigen Wildfängen eine gewerbsmäßige Krebszucht begann.

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