Der Hingucker aus Boizenburg

Vor der Fotofliese „New York“ ließen sich auf der Cersaie  im italienischen Bologna Aussteller und Besucher aus dem In- und Ausland fotografieren. Die Boizenburger Fliesenfabrik beeindruckte mit diesem Hingucker. Foto: Unternehmen
Vor der Fotofliese „New York“ ließen sich auf der Cersaie im italienischen Bologna Aussteller und Besucher aus dem In- und Ausland fotografieren. Die Boizenburger Fliesenfabrik beeindruckte mit diesem Hingucker. Foto: Unternehmen

Mit den Boizenburgern zog bei der 26. Cersaie im italienischen Bologna ein Hauch von Amerika ein. Die 2,30 mal zwei Meter große Fotofliese „New York“ diente auf der bedeutenden internationalen Messe für keramische Fliesen und Badezimmer Ausstattung vielen Ausstellern und Besuchern als beliebtes Fotomotiv.

von
17. Oktober 2008, 08:28 Uhr

Boizenburg - Zwei Wochen dauerte es, bis das digitale Bild auf 54 Fliesen in dem Format von 25 mal 33 Zentimetern wie ein zusammengesetztes Puzzle auf einem großen Fliesenfoto erschien. Es entstand in einem speziellen Verfahren, das von den Boizenburger Fliesenwerkern handwerkliches Können und viel Aufwand erforderte. „Die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagt Dirk Bönning und erzählt darüber, wie vor der Kulisse von „New York“ immer wieder die Fotoapparate klickten und Videokameras liefen. „Manch Österreicher, Spanier, Deutscher und Italiener hat vielleicht zu Hause mit dem Bild in der Hand berichtet, in Amerika gewesen zu sein. Dabei führte ihn seine Reise nicht einmal über den großen Teich, sondern in das italienische Bologna“, meint Dirk Bönning mit einem verschmitzten Schmunzeln.

Gesamte Erzeugnispalette in Italien erfolgreich vorgestellt
Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr, nutzte die Boizenburger Fliesenfabrik GmbH & Co. KG zum zweiten Mal die Möglichkeit, sich und ihre Erzeugnisse auf der Cersaie, der wichtigsten internationalen Messe für keramische Fliesen und Badezimmer Ausstattung vorzustellen. Dafür stand den Boizenburgern eine Fläche von 76 Quadratmetern zur Verfügung. „Wir haben sie gut genutzt und unsere komplette Produktionspalette anschaulich präsentiert“, berichtet Dirk Bönning und meint damit neben der exklusiven Fotofliese im gehobenen Preis die Produktion der Wand- und Bodenfliesen, die im traditionsreichen Standort in der Bahnhofsvorstadt in den verschiedenen Größen von 15 mal 15 bis 60 mal 60 Zentimetern von den Bändern laufen.

Produktion am Bahnhof läuft nach wie vor auf vollen Touren
„Tag für Tag sind das“, wie Dirk Bönning erklärt, „um die 20 000 Quadratmeter“. Der Betriebsratsvorsitzende beantwortet mit dieser Auskunft eine Frage, die sich angesichts der brodelnden Gerüchteküche nicht nur viele Boizenburger stellen. Die Fliesenfabrik beliefert nach wie vor zuverlässig den deutschen Fachmarkt und kann dabei sogar auf einen langsam ansteigenden Exportanteil verweisen. Rund 250 Beschäftigte arbeiten im Drei-Schicht-System. Ausgenommen davon ist das Team, das dafür sorgt, dass drei Brennöfen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Betrieb sind. Das ist eine wichtige Voraussetzung für Qualität und Menge der Erzeugnisse aus Boizenburg.

Fester Glaube an Zukunft des traditionsreichen StandortesNatürlich weiß der Betriebsrat auch, dass das im August eröffnete Insolvenzverfahren insbesondere außerhalb der Werkstore Besorgnis hervorrief. Auch die Belegschaft selbst sei nicht ganz frei von diesem bangen Gefühl, sehe aber dennoch der Zukunft voller Zuversicht entgegen. Dafür gibt es aus der Sicht von Dirk Bönning unterschiedliche Gründe, die jedem für sich durchaus zu gesundem Optimismus berechtigen.

Die Fliesenwerker stehen nicht zum ersten Mal vor solch einer Situation. Ihre Geschichte ist voller Höhen und Tiefen und stellte sie bereits auch vor enorme Herausforderungen, die sie immer wieder aufs Neue meistern konnten. Zu dieser Erfahrung im Existenzkampf gesellt sich die Nachricht von guten Kundengespräche in Bologna und mehreren Bewerbern, die am Kauf der Fliesenwerke interessiert sind. Für eine gesicherte Zukunft würden ebenso aktuelle Investitionen sprechen, die in den Maschinenpark für die Produktion der Großformate flossen. Die 60 mal 60-Fliesen aus Boizenburg erfreuen sich einer stetig wachsenden Nachfrage.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen