zur Navigation springen
Übersicht

18. Dezember 2017 | 06:00 Uhr

Der Flughafen sagt Grüezi

vom

svz.de von
erstellt am 06.Mai.2010 | 07:48 Uhr

Rostock-Laage | Jungfernanflug am Flughafen Rostock-Laage. Im Jet der Helvetic Airways sitzen Gäste aus der Schweiz. Der Erstflug eröffnet die reguläre Flugstrecke zwischen dem Alpenland und Mecklenburg-Vorpommern. Zweimal wöchentlich fliegt ein moderner Jet mit 100 Sitzplätzen in beide Richtungen, vom Flughafen der Hansestadt in die Schweiz und zurück.

Als die Maschine aus Zürich um 11.30 Uhr auf dem Rollfeld des Flughafens aufsetzt, wird sie mit der Wasserfontäne der Flughafenfeuerwehr willkommen geheißen, die Güstrower Bigband begrüßt die aussteigenden Passagiere mit rockigen Klängen. "So ein toller Empfang", freut sich Heidrun Modersohn. Die 65-Jährige ist extra nach Zürich gefahren, um im ersten Flieger nach Rostock zu sitzen. Ursula Mäder aus Zürich freut sich, dass sie im "Nullkommanix" an der Ostsee gelandet ist.

"Wir setzen große Hoffungungen in diese Strecke", sagt Bruno Jans, Geschäftsführer der Helvetic Airways, bei der feierlichen Eröffnung der Direktverbindung. Die Strecke von Rostock nach Zürich ist die erste Linie des Helvetic-Expansionsprogramms. Ziel sei, den Schweizer Touristen Rostock und die umliegende Region näherzubringen. Der Anstieg der Buchungen in den letzten Wochen sei der Beweis für die große Resonanz der Schweizer auf die neue Linie. "Die Direktverbindung nach Zürich soll natürlich auch die Mecklenburger in unser Land bringen", so Jans. "Mecklenburg-Vorpommern ist ab sofort für die Schweizer so nah wie nie zuvor", sagt Mathias Löttge, Vorsitzender des Tourismusverbandes.

Maria Muller, Geschäftsführerin des Rostocker Flughafens ist sich sicher, dass die neue Linie ein Erfolg wird - obwohl das erste Jahr das schwierigste sei. "Wir wollen auf keinen Fall, dass die Route wieder eingestellt wird", so Muller. "Nachhaltig und sicher" laute die Strategie. Um die Strecke langfristig zu etablieren, werde sie vorerst nur zweimal wöchentlich, Donnerstag und Sonntag, beflogen. "Nach und nach wollen wir die Frequenz steigern", so die Flughafenchefin. "Mit Helvetic Airways haben wir einen Partner gefunden, der die Strecke langfristig betreiben und entwickeln will", so Muller weiter. "Die erste Flugplanung geht über die nächsten drei Jahre." Dabei wurden die Flugtage den Ansprüchen der Schweizer Gäste angepasst, so dass sowohl Wochenaufenthalte als auch Kurzreisen möglich sind. "Mecklenburg-Vorpommern wird in der Schweiz immer beliebter", sagt Tobias Pogorevc von Helvetic Airways. Er selbst sei Fan des Bundeslandes - ein Grund, in den Markt einzusteigen und eine Brücke zwischen beiden Urlaubsregionen zu schlagen.

Über 30 000 Gäste aus dem Alpenland besuchten im vergangenen Jahr die Region an der Ostsee. Die Anbindung des Flughafens via Bustransfer an Ferienzentren rund um die Küste wie Warnemünde, Heiligendamm, die Ostseebäder auf Fischland-Darß-Zingst, die Insel Rügen und die Mecklenburgische Seenplatte soll die Region bei ausländischen Touristen zunehmend attraktiver machen und nicht zuletzt die Wirtschaft ankurbeln. Fördermittel gab es allerdings nicht, "das hätte ich mir zwar gewünscht", räumt Muller ein, "aber wir fördern uns einfach selber", fügt sie lachend hinzu. Laages Bürgermeister, Uwe Heinze, spricht von der "Münchhausen-Philosophie": "Wir ziehen uns selber am Zopf aus dem Sumpf." Er ist glücklich über die neue Flugverbindung, "ein kleiner Schritt in die richtige Richtung", sagt er. Die Urlaubsgäste aus der Schweiz seien eine kaufkräftige Klientel, die bestimmte Segmente in der Region bedienen. Sie flögen beispielsweise zum Golfspielen in die Region an der Ostsee. "Jede Frequenz bringt mehr Einnahmen, für den Flughafen ist die neue Verbindung damit auf jeden Fall ein Gewinn", betont Muller.

Albert Oswald aus Zürich möchte einfach nur ein paar erholsame Tage an der Küste verbringen. "Ich war schon in der ganzen Welt unterwegs - jetzt schau ich mich hier oben mal um", sagt er, nimmt sein Gepäck vom Band und macht sich auf in Richtung Shuttlebus nach Warnemünde.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen