Der Bulle von Zibühl ist weg

'Ich bin doch noch so jung…'Günter endlich
"Ich bin doch noch so jung…"Günter endlich

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26. April 2010, 06:50 Uhr

Zibühl | Ein entlaufener Jungbulle hält seit ein paar Tagen den Zibühler Peter Prohl (76) und seine Familie sowie die Jägerschaft der Region in Atem. Auch eine große Suchaktion nach dem entwischten Tier blieb ohne Erfolg. Da der Bulle aggressiv ist, ist er nun zum Abschuss durch die Jäger frei gegeben.

Bei dem frühlingshaften Wetter wollte der Zibühler seinen drei Bullen im Stall etwas Gutes tun. Sie sollten sich an die frische Luft gewöhnen, denn er wollte sie in den nächsten Tag raus auf die Weide bringen, erzählt der Rentner. Deshalb öffnete er die Stalltür weit.

Doch dankte ihm dies eines seiner Tiere, das von Anfang an sein Sorgenkind war, schlecht. Es gab Fersengeld und weg war es. "Als wir abends in den Stall kamen, war ein Bulle weg", so Prohl. "Rund um die Bucht waren bis 1,40 Meter hohe Eisenstäbe. Da ist er rüber und raus aus dem Stall." Danach sei der Bulle dann ganz offenbar unter einem zwei Meter hohen Drahtzaun durch gekrochen, sagt er.

So was habe er in all den Jahren noch nicht erlebt. "Ich hatte manchmal bis zu 30 Bullen, die waren alle gut zu händeln." Aber dieses Tier habe ihm von Anfang an Schwierigkeiten gemacht, sagt er. "Der Bulle lässt keinen an sich heran. Nur mein Enkel und ich konnten mit ihm umgehen."

Neun Monate ist das braune Tier mit der weißen Blesse bisher alt. Es steht seit November bei den Prohls im Stall, doch sei er die ganze Zeit über "irgendwie eigenartig gewesen", sagt der Rentner. "Irgendwas stimmt mit ihm nicht." Dabei haben es seine Tiere gut bei ihm, stellt der 76-Jährige fest. "Sie kriegen auch schon mal trockenes Brot, das mögen sie besonders gerne."Aber den braunen Heißsporn hielt das nicht. Kaum witterte er ein Stück Freiheit, war er nicht mehr zu halten.

An die 300 Kilogramm wiegt der Bulle inzwischen, sagt der Bauer. "Wenn der auf einen zugerannt kommt, wird einem schon mulmig zumute." Aber bisher sei der Bulle immer in einem Abstand von ein paar Metern von ihm entfernt stehen geblieben, stellt er fest.

Wenn er auch nicht davon ausgeht, dass der Bulle auf einen Menschen los gehen würde, so hält er ihn doch für so aggressiv, dass er nicht zu bändigen sei. "Das hat keinen Zweck mehr, das wird nichts mit ihm", sagt er. Und stellte deshalb beim Ordnungsamt des Landkreises einen Antrag auf Abschussgenehmigung. "Das kann ich nicht verantworten, dass der Bulle da draußen rumläuft", meint Peter Prohl. "Nachher passiert was, und dann…?"

"Rinder verwildern ziemlich schnell, wenn sie ausgebrochen sind. Da kann man eine Gefahr nicht ausschließen", bestätigt Jörg Krugmann vom Ordnungsamt des Landkreises Güstrow. Eine Abschussgenehmigung für ein entlaufenes Tier sei zwar nicht alltäglich, "aber zwei - bis dreimal im Jahr" komme dies schon vor. Bisher aber haben die Jäger den Bullen noch nicht gesichtet.

Peter Prohl vermutet, dass sich das Tier in der Mäker, einem Wald bei Zibühl, oder im Stadtwald in der Gemarkung Zibühl aufhält. Wer den Bullen sieht, solle ihn in Ruhe lassen und sich abwenden, empfiehlt Prohl. Und er bittet alle, die Hinweise geben können, ihm mitzuteilen, wo sie den entlaufenen Bullen gesehen haben: Tel. 038450/20288 und 0172-4871653.

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