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15. Dezember 2017 | 13:12 Uhr

Deponie schreibt rote Zahlen

vom

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2010 | 09:35 Uhr

Nordwestmecklenburg | Eine top sanierte Schule, modern eingerichtete Kindergärten und intakte Straßen - Selmsdorf kann sich seit Jahren mehr als viele andere Gemeinden leisten. Vor allem dank der Deponie Ihlenberg, dem größten Steuerzahler der Gemeinde. Jetzt schreibt die Deponie nach vielen guten Jahren aber rote Zahlen - Minus 1,9 Millionen Euro im ersten Quartal. Die Wirtschaftskrise und der lang anhaltende Winter, unter dem vor allem die Baubranche leidet, sagt Geschäftsführer Heiko Naeve. "Dann bekommen wir natürlich auch die Abfälle aus diesem gewerblichen Bereich so gut wie gar nicht ran. Das ist der Hauptgrund für die Monate Januar und Februar. Im März sieht es besser aus und ich denke, dass sich das weiter stabilisiert", so Naeve.

Aber auch das Geschäft mit dem Hausmüll laufe schlecht. Das mag Haat-Hetlef Uildercks von der Bürgerinitiative "Stoppt die Deponie" nicht glauben. Denn der Hausmüll mache nur einen ganz geringen Teil des Umsatzes auf der Deponie aus. Gerade mal 55 Tausend Tonnen pro Jahr. Zum Beispiel aus dem Kreis Nordwestmecklenburg, der Hansestadt Wismar und Schwerin. "Und ich glaube nicht, selbst wenn diese Mengen zurückgehen, dass das zu einem Verlust der Deponie beiträgt, denn die meisten Geschäfte werden dort mit Sondermüll gemacht." Wenn der auch noch zurückgeht, könnte das Konsequenzen haben für Selmsdorf - sprich weniger Steuereinnahmen. Im Moment ist das noch nicht so dramatisch, sagt der stellvertretende Bürgermeister Christian Albeck. Denn noch ist die Gemeindekasse mit mehr als sechs Millionen Euro gut gefüllt. "Also momentan sehe ich da keine Sorgen. Wir sind finanziell sehr gut aufgestellt und ich glaube, dass es für die nächsten Jahre auch noch reichen wird."

Anders sieht das dagegen Gemeindevertreter Detlef Lüth. "Sollten die Gewerbesteuereinnahmen ausbleiben, könnte es an die freiwilligen Leistungen gehen. Zum Beispiel der Bauhof oder sogar Kindergartenplätze könnten sich verteuern. Das kann natürlich alles passieren." Was in anderen Gemeinden schon Gang und Gebe ist, könnte demnächst also auch auf Selmsdorf zukommen, befürchtet Lüth.


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