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16. Dezember 2017 | 14:08 Uhr

Den Slawen würde er sicher gefallen

vom

svz.de von
erstellt am 22.Sep.2010 | 06:45 Uhr

Menkendorf | "Der alte Burgwall in unmittelbarer Nähe erfährt durch das Modell eine ganz besondere Aufwertung", betont Detlef Schranck, Bürgermeister der 650-Seelen-Gemeinde Grebs-Niendorf. Denn die ursprüngliche Anlage sei eins der ältesten Bodendenkmäler Mecklenburgs. Knapp zwei Meter hoch sei der Rundwall, der einst eine hohe, mit Sand gefüllte Holzpalisade war, als noch der Stamm der Smeldinger die Gegend zwischen Elde, Elbe, Sude und dem heutigen Neustadt-Glewe besiedelte. An dem bis zu vier Meter hohen und im Innenraum 80 Meter breiten Burgwall selbst darf übrigens nicht Hand angelegt werden. Die Anlage wird bereits seit 1823 geschützt, als sie bei Vermessungsarbeiten aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wurde.

Das Modell aus rund 50 Festmetern Eichenholz ist nun fertig und steht als Geschichtsprojekt zum Anfassen etwa 100 Meter neben dem Original. Die Menkendorfer Burgwallanlage ist bundesweit und auch bei Skandinaviern und Polen bekannt. So könnten bald archäologisch interessierte Touristen zu ihr kommen und Schulklassen anhand des Modells in Fast-Originalgröße lernen, wie Siedlungen der Slawen aussahen. Das etwa 20 Meter lange Querschnittsmodell der Befestigungsanlage wurde nicht komplett fertig gestellt. "Eine Seite bleibt offen, so dass gut erkennbar ist, wie Palisaden, Wall und darauf gebaute Wehrgänge früher konstruiert worden sind", erklärt Schranck. Denn es solle sichtbar werden, was vor über 1000 Jahren in den Eldeniederungen vorhanden gewesen sein könnte. Grabungen hätten ergeben, dass früher ein die Burg umschließender Wall aus einer Holz-Erde-Konstruktion errichtet war. Mit Palisadenwand, um die 4,50 Meter hoch samt Aussichtsturm, ist dieses Modell begehbar gemacht worden, damit die Menschen nachempfinden können, wie sich die ersten Siedler der Region einst gefühlt haben müssen. So bekommt man auch ein Gespür für die einstige Wuchtigkeit der Wehranlage. Ein Pfostenständerhaus dient als Wetter-Unterschlupf mit Info-Tafeln.

Die Pläne dazu hatten die Menkendorfer bereits 2006 in der Schublade. Rund 235 000 Euro kostet das ehrgeizige Geschichtsprojekt. 165 000 Euro stammen davon aus der öffentlichen Hand. Rund 35 000 Euro schießt die Gemeinde zu. Schranck: "Wir müssen noch einige Ausschilderungen und die Außengestaltung vornehmen. Außerdem haben wir über 60 neue Bäume, wie Eichen und Birken, als Ersatz aufgeforstet. Am Freitag, dem 1. Oktober, wollen wir ab 15 Uhr die neue Anlage offiziell zusammen mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus eröffnen."

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