Den Mond im Blick - Hobby-Wissenschaftler holen Preise bei „Jugend forscht“

Träume von einer großen Zukunft: Jonathan Manske, Tony Nitschke und Georg Schlettwein wurden mit ihrem Mond-Projekt Dritter bei „Jugend forscht“. Foto: privat
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Träume von einer großen Zukunft: Jonathan Manske, Tony Nitschke und Georg Schlettwein wurden mit ihrem Mond-Projekt Dritter bei „Jugend forscht“. Foto: privat

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25. Mai 2008, 07:52 Uhr

Rostock/Bremerhaven - Sie sind die Wissenschaftler von morgen: Jugendliche aus der Region heimsen bei „Jugend forscht“ Preise ein. Ihre Projekte sind teilweise sogar überirdisch. Mehr als 10 000 Jugendliche nahmen in diesem Jahr teil – Rekord in der 43-jährigen Geschichte des Wettbewerbs.


Jan-Ole Höppner (18), Alina Schröder (17) aus Rostock und Stefanie Albrecht (17) aus Klein Schwiesow gewannen den Zukunftstechnologiepreis des Bundesforschungsministeriums und erhielten 1500 Euro.

Jonathan Manske (19) aus Bad Doberan, Georg Schlettwein (19) aus Rostock und Tony Nitschke (19) aus Elmenhorst von der Werkstatt-Schule in Rostock wurden immerhin Dritter in der Kategorie Geo- und Raumwissenschaften. Sie hatten anhand von Teleskopaufnahmen ein maßstabsgerechtes Modell des Mondkraters „Archimedes“ erstellt, der im Landegebiet der Weltraumkapsel „Apollo 15“ liegt.

Ihre Daten gewannen die drei Tüftler, indem sie auf unterschiedlichen Aufnahmen die spezifische Länge der Kraterschatten verglichen und zueinander in Bezug setzten. Mithilfe eines selbst entwickelten Verfahrens, der sogenannten Gitternetzmethode, gelang es ihnen, die topologische Beschaffenheit dieser Mondformation systematisch zu untersuchen.

Die Sieger des Zukunftstechnologiepreises hatten zunächst die Nutzung nachwachsender Rohstoffe in regionalen Wirtschaftskreisläufen untersucht. Anschließend verglich das Forschertrio gängige Verfahren und testete die so genannte hydrothermale Karbonisierung: ein Verfahren, bei dem Biorohstoffe in einer wässrigen Verkohlung bei erhöhter Temperatur in Aktivkohle umgewandelt werden.

Die Jugendlichen bauten einen gasdicht verschließbaren Druckbehälter, in dem sie unter verschiedenen Bedingungen Aktivkohle erzeugten. Dazu bauten sie einen Autoklaven – einen gasdicht verschließbaren Druckbehälter – mit Direktheizung und Messeinrichtungen. Die erzeugte Kohle untersuchten sie labortechnisch. Dabei veränderten sie die jeweiligen Versuchsparameter, um sich den Kriterien, die Aktivkohle aufweisen muss, sukzessive zu nähern.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) würdigte die teils spektakulären Arbeiten der jungen Leute. Der Wettbewerb sei ein hervorragendes Instrument zur Nachwuchs- und Talentförderung. „Es gibt ungewöhnlich viel Originalität in der jungen Generation.“ In der Endrunde waren Projekte aus den Fachbereichen Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik, Physik und Technik.

Die Schüler, Auszubildenden und jungen Studenten im Alter zwischen 13 und 21 Jahren forschten teils über Monate an Projekten wie der Erforschung des Golfstroms oder auch Problematiken von Luftwirbelungen bei Formel-1-Rennwagen.

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