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Erste Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in MV : Den Dialog zwischen den Religionen fördern

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In Schwerin soll die erste Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in MV ins Leben gerufen werden. Die Gründungsversammlung findet am 19. Mai im Bernhard-Schräder-Haus statt.

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erstellt am 19.Apr.2011 | 11:28 Uhr

In der Landeshauptstadt soll die erste Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Mecklenburg-Vorpommern ins Leben gerufen werden. Die Gründungsversammlung findet am 19. Mai um 19 Uhr im Bernhard-Schräder-Haus in der Kloster stra ße statt. "Christliche und jüdische Re ligion haben sich 2000 Jahre lang pa rallel entwickelt. Da gibt es viel zu erzäh len", sagt Landesrabbiner William Wolff, der zusammen mit dem Propst der evangelisch-lutherischen Gemeinden in Schwerin, Holger Marquardt, und dem Propst der ka tholischen Sankt-Anna-Gemeinde, Horst Eberlein, zu den Initiatoren des Projekts zählt.

"Christen und Juden wissen aus theolo gischer Sicht zu wenig vonein ander", bestätigt Propst Eberlein. Auch aus geschichtlicher Verantwortung gäbe es eine be sondere Verpflichtung, einen gemeinsa men Weg zu gehen. "Mit der Gesell schaft für Christlich-Jüdische Zusamme narbeit wollen wir ein Forum für persönliche Begegnungen schaffen, eine n öffentlichen Raum für einen Dialo g, der über die jetzt schon be stehenden Angebote hinausreicht", erklärt Propst Marquardt.

Mehr als 80 Gesellschaften für Christlic h-Jüdische Zusammenarbeit gibt es in der Bundesrepublik, die ersten Vereinigungen entstanden Ende der 1940er-Jahre noch ganz unter dem Eindru ck der nationalsozialistischen Verbrechen. Unter dem Dach des Deutschen Ko ordinierungsrates setzen sich die Gesellschaften für die Verständigung und die praktische Gestaltung des christlich-jüdischen Zusammenlebens ein. Dazu gehören die "Woche der Brüderlich keit" und die Verleihung der "Buber-Rosenzweig-Medaille".

"Die Gesellschaften für Christlich-Jüdischen Zusammenarbeit wissen von der historischen Schuld und stellen sich der bleibenden Verantwortung", be tonte der Generalsekretär des Koordi nierungsrates, Rudolf W. Sirsch, jüngst bei einem Vortrag in der Schweriner Synagoge. Junge Menschen zur Zi vilcourage gegenüber gewalttätigen, diskriminierenden und rassistischen Tendenzen zu motivieren, sei ein zentrale s Anliegen der Gesell schaften für Christlich-Jüdische Zusammen arbeit.

Zur Gründungsversammlung der Schweriner Gesellschaft wird der Di rektor der Evangelischen Akademie in Rostock, Klaus-Dieter Kaiser, erwartet. Er spricht über jüdisches Leben in der DDR.

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