Rosenow/Dannenberg: Proteststimmung unter Bürgern

: Demonstrieren gegen Atomkraft

'Atomkraft? Nein danke!' - diesem Motto sind Ralf, Lavina und Elia-Carina Oeynhausen treu. Deswegen hat die Familie am  Sonnabend auch in Dannenberg  am Protest gegen den Castor-Transport  ins Zwischenlager Gorleben teilgenommen. Nadine Schuldt
"Atomkraft? Nein danke!" - diesem Motto sind Ralf, Lavina und Elia-Carina Oeynhausen treu. Deswegen hat die Familie am Sonnabend auch in Dannenberg am Protest gegen den Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben teilgenommen. Nadine Schuldt

Auf einem Maisfeld nahe Dannenberg. Dort protestierten Tausende von Menschen gegen den Atom-Müll-Transport ins Zwischenlager Gorleben. Rosenower Familie Oeynhausen war mitten drin.

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10. November 2010, 11:51 Uhr

Die Familie aus Rosenow war mitten drin. "Mir hat das Konzert, das Programm, einfach die ganze Stimmung gut gefallen", sagt Lavinia. Sie habe bei der Demonstration sogar gleichaltrige Jugendliche, die gegen eine Atom-Müll-Lagerung im Wendland sind, getroffen.

Doch auch ihre Eltern - Elia-Carina und Ralf Oeynhausen - sind gegen die verlängerte Nutzung von Atomstrom. "Wir dachten, diese Debatte sei ausgestanden, doch jetzt werden Demonstrationen wieder wichtig", sagt Elia-Carina Oeynhausen. Die Rosenower wollen, dass der Atomausstieg nicht wieder zurückgedreht werde. "Bei den Demonstrationen gehe es darum, zu zeigen, dass ein Großteil der Menschen nicht einverstanden ist, wie mit der Zwischenlagerung umgegangen wird", erläutert Oeynhausen, die auch schon in den 1990er-Jahren Anti-Atomkraft-Kundgebungen besuchte. Deswegen sei es ihr auch wichtig, dass ihre Kinder zu den Demonstrationen mitkommen.

Für Oeynhausens war die Protestveranstaltung wirklich beeindruckend: Landwirte protestierten auf mehr als 600 Traktoren. Die Kennzeichen an über 400 Bussen zeigten, dass Menschen aus ganz Deutschland nach Dannenberg angereist waren. "Es war sogar ein Fahrzeug von den Protestlern von ,Stuttgart 21 dabei", sagt Elia-Carina Oeynhausen. Am stärksten habe sie die Rede eines Vorstandsmitgliedes von Greenpeace beeindruckt. Erstaunt war sie auch über die verschiedenen Leute, die demonstriert haben.

"Es waren Menschen dabei, die Schlips und Krawatte tragen und sonst nicht zu solchen Veranstaltungen gehen", weiß die Rosenowerin.

Die Menschen seien einfach stocksauer auf die Regierung.

Oeynhausens haben ein feines Gespür für die Stimmung auf Anti-Atomkraft-Kundgebungen: Ralf Oeynhausen beteiligt sich schon seit den 1970er-Jahren an solchen Großkundgebungen. "Auf meiner ersten Protestveranstaltung war ich am 1. Mai 1977", erinnert er sich. Damals sei es nicht nur um die politische Frage eines Endlagers gegangen, sondern auch um die technische.

In jenen Jahren hätte es auch ganz viele Aktionen gegeben, um die Leute aufzuklären. Die Atomkraft-Debatte sei in seiner Jugendzeit das vorherrschende Thema gewesen, über das auch im Unterricht debattiert wurde. Heute ist das nicht so sehr der Fall. "Wir haben in der Schule nicht darüber geredet", sagt Lavinia. Neben diesen Kundgebungen protestiere sie beispielsweise auch auf Demonstrationen in Rostock. Bei einer friedlichen Aktion gegen Lagerung von Atommüll würde sie jederzeit wieder mitmachen.

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