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Aktionsbündnis für friedliches und weltoffenes Schwerin : Demokratie braucht aktives Mittun

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Demokratie ist mehr als zur Wahl zu gehen oder einen Appell zu unterschreiben. Deshalb zeigt das Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin jetzt Präsenz mit einer Reihe von Aktionen.

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2011 | 10:55 Uhr

Demokratie ist mehr als zur Wahl zu gehen oder einen Appell zu unterschreiben. "Demokratie muss auf Straßen und Plätzen erlebbar sein", sagt Bürgerrechtler Heiko Lietz. "Die Stadtgesellschaft kann mehr als nur reagieren", fügt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hinzu. Deshalb zeigt das Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin jetzt massiv Präsenz. Mit einer ganzen Reihe von Aktionen wird in den nächsten Tagen öffentlich um weitere Unterstützung dieser Idee geworben.

Dabei soll das Rad nicht neu erfunden, sondern Kräfte und Initiativen gebündelt werden. Am 1. Mai wird das Bürgerbündnis mit seiner stadtbekannten Demokratie-Säule und einem Info-Stand auf den Markt gehen. "Die Bürgerschaft kann sich hier selbst und unzensiert präsentieren und diskutieren", wirbt Lietz. Die Aktion werde gemeinsam mit weiteren Aktivisten schon am 2. Mai ab 11 Uhr am traditionellen Ort vor der Hauptpost in der Mecklenburgstraße fortgeführt.

Ebenfalls am 2. Mai zeigen Stadtpräsident Stephan Nolte, weitere Stadtvertreter und OB Gramkow auf dem Grunthalplatz Gesicht und erinnern um 10 Uhr mit einer Kranzniederlegung an die Ermordung der Lehrerin Marianne Grunthal durch SS-Männer kurz vor Kriegsende auf dem Bahnhofsvorplatz. "Es ist wichtig, die historischen Ereignisse im Bewusstsein der Schweriner zu halten", betont Nolte. Wichtig sei ihm zudem, dass es dazu keines verordneten Gedenkens bedürfe. Gut sei, dass dieses Gedenken durch vielgestaltige Aktionen, wie etwa den Sachsenhausen-Gedenklauf, getragen werde.

Am 8. Mai, dem landesweiten Gedenktag für die NS- und Kriegsopfer, gedenkt das Aktionsbündnis mit Kranzniederlegungen um 10 Uhr am Platz der Opfer des Faschismus und um 11 Uhr am Denkmal "Die Mutter" in Raben Steinfeld des Kriegsendes und der Befreiung Deutschlands vom Faschismus. Am 10. Mai wird erstmals in Schwerin mit einer öffentlichen Lesung an die Bücherverbrennung durch die Nazis erinnert. "Von 11 bis 15 Uhr werden Unterstützer des Aktionsbündnisses auf dem Markt aus Büchern lesen, die von den Nazis verboten worden waren", sagt Mitinitiator Michael Strähnz. Er erinnerte an den Satz von Heinrich Heine "Wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch Menschen." Die Stadtbibliothek werde die Aktion unterstützen mit einem Bücherstand mit zahlreichen Romanen, die damals auf dem Index standen, so Gramkow, die selbst vorlesen wird. "Wir sind da, das wollen wir zeigen. Die Stadtgesellschaft wird den Neonazis Schwerin nicht überlassen, wir treten ihnen offensiv gegenüber", erklärt Gramkow und hofft, dass sich viele Bürger an der Lesung vor dem Café Röntgen beteiligen.

Gewalt und Intoleranz die Rote Karte zu zeigen, daran beteiligen sich auch prominente Sportler. Am 15 Mai werden Fußballer des SV Werder Bremen und von Hansa Rostock gemeinsam mit anderen Sportlern eine Sternfahrt nach Schwerin unternehmen und im Sportpark Lankow Akzente für Demokratie und Toleranz setzen.

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