Deich-Einweihung: Zwischen „Bau-Erwartungsspaten“ und Bandschnitt lagen nur gut zwei Jahre

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28. August 2008, 10:09 Uhr

Bälow/Rühstädt - Dem gestrigen waren weniger gute Tage voraus gegangen, insbesondere im April 2006. Nur mit tausenden Helfern sowie einem Riesenaufwand an Technik und Material konnte man beim damaligen Hochwasser den Deichbruch bei Bälow und Rühstädt verhindern.

„Sie haben unseren Dörfern und Familien Zukunft gegeben“, schilderte Rühstädts Bürgermeister Jürgen Herper gestern seine ganz persönliche Sicht auf die Dinge. Bei dem 3,4 Kilometer langen Deich handele es sich zwar um ein technisches Bauwerk, „aber für uns hat er auch eine sehr große emotionale Bedeutung.“

Bevor gestern die offizielle Tagesordnung mit offiziellen Gästen ablief, fanden sich Einwohner aus der Umgebung im Festzelt, das am Fuße des Deiches bei Bälow aufgestellt war, zu einem Gottesdienst zusammen, baten um Schutz und Segen. Ähnliches ereignete sich dort übrigens am 17. August vor zwei Jahren. Da allerdings wurde gemeinsam mit 4000 Helfern zu Gott gebetet, dass der Deich halten möge

Aus der großen Runde, die sich gestern zusammenfand, hatte so mancher eine Anekdote auf Lager, die er zum Besten gab. So konnte sich Brandenburgs Umweltminister Dietmar Woidke noch ziemlich genau daran erinnern, dass er im Frühjahr 2006 beim Abschlussappell nach den Hilfsaktionen an Jürgen Herper den „Bau-Erwartungsspaten“ überreichte.

Der kam dann am 31. August 2006 beim ersten Spatenstich natürlich zum Einsatz. Landrat Hans Lange ergänzte, dass der Spaten zugleich ein Geburtstagsgeschenk an Herper gewesen sei. Lange ließ viele Ereignisse des Frühlings vor zwei Jahren noch einmal im Detail Revue passieren. Und er äußerte sich auch zum Verzug des Baubeginns für die nächsten Elbdeichabschnitte in Richtung Wittenberge – Bereiche, die überhaupt noch nicht saniert sind und im Falle einer Flut schlimm betroffen wären.

„Wir müssen uns noch einmal deutlich zum Thema Solidarität verständigen“, sagte er mit Blick auf die Nachbaranrainerländer, speziell Mecklenburg-Vorpommern vor dem Hintergrund der neuen, strittigen Deichbemessungshöhe von 8,15 Metern. „Bisher waren immer wir die mit dem niedrigen Deich.“

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