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25. September 2017 | 18:56 Uhr

Dauerparty in der Provinz

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2010 | 07:49 Uhr

Lärz | Ein Pilgerstrom von 60 000 Menschen fällt an diesem Wochenende zum "Fusion"-Festival in dem 500-Einwohner-Dorf Lärz in Mecklenburg (Müritzkreis) ein. Doch anders als die Festivals in Wacken oder am Nürburgring kommt die Massenveranstaltung ohne Werbung und Presse zustande. Dort sind Reporter nicht erwünscht. Die Veranstalter des "Fusion"-Festivals sind scheu, geben keine Interviews und keinen Cent für Werbung aus. Sponsoren gibt es nicht, auf der Internetseite wird auf Werbung verzichtet. So wächst das Freiluft-Festival seit 13 Jahren im Verborgenen auf einem ehemaligen Militärflugplatz der Sowjetarmee. Nur Mund-zu-Mund-Propaganda von Besuchern breitete das Wissen über das viertägige Dauerkonzert Jahr für Jahr weiter aus. Im Sommer 2004 kamen 15 000 Besucher, 2008 waren es 45 000. Die Veranstalter sahen sich nun erstmals genötigt, den Vorverkauf auf 60 000 Karten zu beschränken. Angesichts des Massenansturms in die mecklenburgische Provinz setzt die Bahn Sonderzüge ein, unter anderem von und nach Rostock, Berlin und Hamburg. Besucher erzählen, dass Techno-Fans tagelang wie Duracell-Hasen durch die Hallen "zappeln". Wer das nicht mag, lauscht mit Kind und Kegel finnischem Tango oder Klezmer.

Die Betreuung der Massen stemmen die Organisatoren mit deren eigener Hilfe. Rund 3000 Besucher halfen 2009 für ein paar Stunden beim Ausschenken oder Putzen und bekamen dafür einen Teil des Eintrittspreises von rund 60 Euro erstattet. Aber wie rentabel die "Fusion" für den Verein ist bleibt unbekannt. Bekannt ist nur, dass er das Flughafengelände 2003 kaufen konnte.

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