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23. November 2017 | 10:29 Uhr

Das Stadtteil-Puzzle

vom

Aus Acht mach Fünf: Drei Ortsämter müssen Platz machen. Die Stadtverwaltung hat 19 Ortsbeiratsvorsitzenden drei Vorschläge unterbreitet. Die Chefs der Gremien von KTV und Südstadt betrachten das Vorhaben mit Skepsis.

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2009 | 10:33 Uhr

Rostock | Die Reduzierung der Ortsamtsbereiche entfacht neue Debatten. Den Vorsitzenden der 19 Ortsbeiräte liegen drei mögliche Varianten vor, die die Rostocker Stadtverwaltung erarbeitet hat.

In einigen Ortsbeiräten, wie denen in der Südstadt und in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV), stoßen besonders die Modelle Zwei und Drei auf Widerstand. KTV-Ortsbeiratsvorsitzende Anette Niemeyer (Aufbruch 09) reagiert. Sie will ihre 18 Amtskollegen am 3. September an einen Tisch holen, um ihre Bedenken zu zerstreuen und Möglichkeiten auszuloten.

Für Jörn-Christoph Jansen, Ortsbeiratsvorsitzender der Südstadt, ist schon jetzt klar: Sein Favorit ist Vorschlag B. "Bei diesem Modell würden die Südstadt mit Biestow, Hansaviertel und die Gartenstadt zusammengelegt werden", erläutert er. Das Modell C wiederum steht im Kulturausschuss des Südstadt-Gremiums ganz oben. Hier zählen Südstadt, Biestow, Stadtmitte und Brinckmansdorf zu einem Bereich. "Wir haben uns für diese Variante entschieden, weil bei der Variante B der neue Ortsamtsbereich mehr als 60 000 Personen umfassen würde", schildert die Ausschussvorsitzende Carola Heine. Das läge daran, dass bei dieser Option B Reutershagen und die Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) zusammengefasst sind.

"KTV soll mit Stadtmitte zusammenbleiben"Auch für Anette Niemeyer ist Modell B ausgeschlossen. Der Grund: Bei dieser Variante wird der Bereich KTV mit dem Gebiet Reutershagen zusammengelegt werden. "Wir haben mit Reutershagen überhaupt keine Berührungspunkte", erläutert sie. Zudem umfasse für sie dieser Bereich eine zu große Einwohnerzahl. "Ich habe bei der Zusammenlegungen der Ortsbeiratsbereiche nur eine Bedingung: Das Gebiet der KTV soll mit dem der Stadtmitte zusammenbleiben", sagt Niemeyer. Dafür hat sie schlagfertige Gründe.

Beide Stadtbereiche liegen am Stadthafen. Beide müssten ähnlich häufig Sondernutzungsanträge für die Außenflächen stellen. Und beide Bereiche hätten mit fehlenden Kitaplätzen zu kämpfen, unterstreicht Niemeyer ihre Aussage. "Auch der Jugend- und Sozialbereich sieht dieses Gebiet als einen Raum an", sagt sie.

Über eigene Konzepte möchte sie jedoch nicht sprechen. Das solle erst am 3. September erfolgen. Für den Südstadt-Vorsitzenden Jansen ist diese Diskussionsrunde ebenfalls ein wichtiger Treff.

Der 30-Jährige hat nämlich auch die Entscheidungen der anderen Ortsbeiratsvorsitzenden im Blick. "Möchten die Beiräte vom Hansaviertel und der Gartenstadt lieber zum Ortsamtsbereich Reutershagen zählen, müssten wir uns sogar zwangsläufig auf die Variante C einlassen", erläutert er. Nur bei dieser Option zählen Gartenstadt und Stadtweide zum Bereich Reutershagen und die Südstadt sowie Biestow zur Stadtmitte.

Variante A kommt für die Südstadt nicht in FrageAllerdings ist weder bei dieser noch bei den anderen Varianten klar, wo die neuen Ortsämter liegen werden. "Wenn wir wüssten, dass das Ortsamt in der Variante B in der Südstadt bleibt, dann könnten wir anfangen, egoistisch zu denken", sagt Jansen. Er hat dabei vor allem die Bürger im Blick. Denn für sie ist entscheidend, wie weit der Weg zum Ortsamt ist, und nicht, für welches Stadtgebiet es noch zuständig ist, erläutert er.

Für Jansen ist Variante A nicht tragbar. Würde das Modell Realität werden, müssten Einwohner der Südstadt ihre Meldeangelegenheiten im Gebiet Stadtmitte erledigen, während Bewohner von Biestow ihre Belange in Reutershagen bearbeiten lassen würden. "Die beiden Ortsteile haben ein gemeinsames Begegnungszentrum und einen gemeinsamen Stadtteiltisch", hebt Jansen hervor

HINTERGRUND: DIE DREI VARIANTEN

Variante A

Bei diesem Modell wird der Ortsamtsbereich Drei die Bereiche Reutershagen, Gartenstadt/Stadtweide, Biestow und die KTV (orange) umfassen. Die Südstadt, in die Biestow fließend übergeht, wird in dieser Option zum Ortsamtsbereich Vier (grün) gehören. Hierzu zählen auch Brinckmansdorf, das Hansaviertel und Stadtmitte.

Variante B
Reutershagen und Kröpeliner-Tor-Vorstadt gehören bei dieser Variante zum Ortsamtsbereich Drei (orange). Ebenso zählen auch Brinckmansdorf und Stadtmitte dazu. Im Ortsamtsbereich Vier (grün) wurden Gartenstadt/Stadtweide, Hansaviertel, Biestow und die Südstadt zusammengefasst.

Variante C
Die Vorsitzenden können bei dieser Option zwischen dem Ortsamt Drei (orange) mit Reutershagen, KTV, Hansaviertel und Gartenstadt/Stadtweide sowie dem Ortsamtsbereich Vier (grün) mit den Gebieten Stadtmitte, Biestow, Südstadt und Brinckmansdorf diskutieren. In allen drei Vorschlägen bleiben die Varianten für die Ortsamtsbereiche Eins, Zwei und Fünf gleich. Das Gebiet Eins umfasst Warnemünde, Diedrichshagen, Markgrafenheide, Hohe Düne, Hinrichshagen, Wiethagen, Torfbrücke, Groß Klein und Schmarl. Zum zweiten Bereich gehören Lichtenhagen, Lütten Klein und Evershagen. Zum Gelände Fünf, dem Rostocker Nordosten, zählen Dierkow-Neu, -Ost, -West, Toitenwinkel, Gehlsdorf, Hinrichsdorf, Krummendorf, Nienhagen, Peez, Stuthof und Jürgeshof.

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