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Perleberger Ruheständlerin ist Familienhelferin : Das Glück der "Gummibärchenoma"

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"Kommt die Oma heute wieder?", fragt die kleine Joanna und meint Irene Metzler. Die Perleberger Ruheständlerin besucht seit einem Monat die Familie, um der jungen Mutti unter die Arme zu greifen.

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erstellt am 15.Mär.2011 | 11:06 Uhr

"Kommt die Oma heute wieder?", fragt die kleine Joanna und meint die "Gummibärchenoma", sprich Irene Metzler. Die Perleberger Ruheständlerin besucht nämlich seit rund einem Monat regelmäßig die Familie, um der jungen Mutti unter die Arme zu greifen. Die 23-jährige Maria ist allein erziehend, hat neben der zweijährigen Joanna auch die einjährige Kimberly zu betreuen. Zwar wohnt die eigene Mutti ganz in der Nähe, aber die geht noch arbeiten, hat also nicht so viel Zeit. Da kommt die "Leihoma" gerade recht.

Fachlich ganz richtig nennt es sich Familienhilfe, was Irene Metzler ehrenamtlich im Auftrag des kreislichen Jugendamtes leistet. Sie lebt allein in Perleberg, die Kinder und Enkelkinder wohnen in Berlin. "Ich hatte schon seit Jahren vor, etwas in der Art zu machen, denn ich liebe Kinder. Als das Jugendamt Familienhelfer suchte, habe ich mich deshalb sofort gemeldet", erzählt sie und wendet sich dann gleich wieder Joanna und Kimberly zu. Natürlich hat die Gummibärchen-Oma wieder was zu Naschen mitgebracht. Aber in Maßen, "in Absprache mit der Mutti", betont sie. Doch nicht nur wegen der Süßigkeiten hängen die beiden Mädchen an Irene Metzler. "Es war Liebe auf den ersten Blick", gesteht die Ruheständlerin, was sie mit den Kindern verbindet, und die spüren das.

Und dann werden sie auch schon angezogen, denn es geht raus auf den Spielplatz. Schließlich scheint die Sonne, und frische Luft tut immer gut. Genau darum war es Mutti Maria auch gegangen, dass sie nämlich jemand anspornt, motiviert, auch draußen etwas mit den Kleinen zu unternehmen, ihr dabei unter die Arme greift. Allein ist es eben nicht so einfach, mit zwei kleinen Kinder fertig zu werden, denn sie brauchen viel Zuwendung, hätten am liebsten jeder die Mama für sich. Und gerade jetzt, wo Kimberly schon laufen kann, brauchte Maria manchmal hinten und vorn Augen, um alles unter Kontrolle zu halten. Dabei gibt sich die junge Mutti wirklich große Mühe, tut alles für ihre beiden Lieblinge. Aber, so erzählt sie, "es ist auch richtig schön, die Freude über die Kinder mit jemandem teilen zu können."

Das Prignitzer Netzwerk Kindeswohl, angesiedelt beim Jugendamt, will über die Ehrenamtler eben genau die Hilfe geben, wie Maria sie benötigt, beschreibt Nancy Schulz. Die ehrenamtliche Familienhilfe sei nicht mit den Hilfen zur Erziehung oder anderen Instrumenten der Jugendhilfe zu verwechseln, betont sie. Derzeit leisten fünf Frauen und Männer auf diese Weise Dienst in Familien, helfen bei den Hausaufgaben, führen die Kinder aus oder anderes mehr. Alles sei genau besprochen, auch was den jeweiligen Zeitumfang anbelangt.

Der umfasst für Irene Metzler derzeit eben einen Nachmittag in der Woche. Doch die rüstige Ruheständlerin würde gern auch öfter kommen. Nicht nur zur Freude der Kinder, "sondern vor allem auch zu meiner eigenen, denn der Umgang mit den beiden Kleinen macht so viel Spaß". Mutti Maria dagegen genießt es, in diesen Stunden nicht allein zu sein, mit jemandem sprechen zu können. "Ich habe auch schon so manchen Tipp von Irene bekommen", freut sie sich. "Überhaupt haben wir viel Spaß miteinander. Und schon jetzt schmieden beide Pläne für den Sommer, wenn die Mädchen etwas größer sind. "Dann können wir auch mal ins Schwimmbad gehen oder Eis schlecken", blickt Irene Metzler voraus. Einen Wunsch hat sie aber schon jetzt, die Gelegenheit nutzend, dass Nancy Schulz da ist. "Ein Bollerwagen wäre nicht schlecht, in den wir beide Kinder setzen könnten". Vielleicht lässt sich der Wunsch ja erfüllen.

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