Kinder-Uni Güstrow lud zum fünften Mal zur Vorlesung ein

: Das Geheimnis der Stromkuh

Gespannt schauen die 'Studenten', ob das Experiment von 'Dr. Methan' und 'Fräulein Bakteria' gelingt.  eckhard rosentreter
Gespannt schauen die "Studenten", ob das Experiment von "Dr. Methan" und "Fräulein Bakteria" gelingt. eckhard rosentreter

Kinder und Jugendliche, verfolgten das Experiment, das Dr. Schlegel und Agrarökologie-Studentin Mehl vorführen. Zum fünften Mal luden das Bilse-Institut mit dem Güstrower Verein Lernen aktiv zur Kinder-Uni ein.

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30. Mai 2011, 09:15 Uhr

Vorsichtig dreht "Dr. Methan" am kleinen Generator-Rad, unter dem er eine kleine Flamme entzündet hat. Seine Assistentin, "Fräulein Bakteria", drückt derweil Methangas aus einer großen silbernen Tüte, das die Flamme füttert. Gebannt schauen Paula Kny (11) und Evalena Freier (10) zu, was passiert. Tatsächlich! Wie versprochen, läuft der Motor plötzlich von ganz allein.

Mit den Mädchen aus Mühl Rosin und Bölkow verfolgen weitere gut 20 Kinder und Jugendliche, vielfach begleitet von ihren Eltern, das Experiment, das Dr. Mathias Schlegel von der Universität Rostock und Agrarökologie-Studentin Conny Mehl vorführen. Zum fünften Mal luden das Bilse-Institut mit dem Güstrower Verein Lernen aktiv in die Fachhochschule Güstrow zur Kinder-Uni ein. Gemeinsam mit "Bauer Hubert" alias Aldo Arndt von der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt Rostock und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe Gülzow entführen sie in die Welt der Landwirtschaft. Das Thema nachwachsende Rohstoffe, ganz speziell Biogas, seine Entstehung und Verwendungsmöglichkeiten, stehen eine gute Stunde lang unter dem Motto "Das Geheimnis der Stromkuh" auf dem Vorlesungsplan im großen Hörsaal. Eine der spannenden Quiz-Fragen, die die Vorlesung begleiten: Wie viel Kühe benötigt man, um ein Einfamilienhaus ein Jahr lang mit Strom zu versorgen? Paula Kny kennt die Antwort - vier - da noch nicht, sie ist das erste Mal dabei und begeistert, dass ihre Freundin Marie-Claire Gehrke sie Sonntagfrüh nach Güstrow lockte. "Wie das funktioniert, habe ich bisher nicht gewusst", freut sich die Schülerin über den Erkenntniszuwachs. Zumal der noch auf spannende Weise vermittelt werde und Spaß mache, wie Evalena Freier weiß; sie sitzt schon zum dritten Mal im Hörsaal. "Wissenschaftlich korrekt und kindgerecht aufbereitet" - auf diesen Nenner bringt Dr. Britta Ender vom Bilse-Institut das Credo der Kinder-Uni.

Heidemarie Beyer, die vor anderthalb Jahren die Güstrower Kinder-Uni initiierte, schaut sich um: Einige sind schon Stammgäste, aber es sind auch immer wieder neue Gesichter zu sehen. Als sie mit einer Gruppe ehemaliger Landtagsabgeordneter in Greifswald Ähnliches gesehen hatte, habe sie gemeint, so etwas müsse in Güstrow auch möglich sein. "Güstrow ist Bildungsstandort. Dazu ist die Kinder-Uni doch ein schöner, ergänzender Baustein", sagt die Lübzinerin überzeugt. In Güstrow und Umgebung habe man schließlich viele Fachleute der verschiedensten Gebiete. Beyer: "Ich bin offene Türen eingelaufen. Viele Leute entwickeln Ideen, Dozenten machen das ehrenamtlich. Wenn ich dann die Begeisterung der Kinder sehe, bin ich glücklich."

Glücklich war gestern Vormittag auch Tina Reichert. Die Erstklässlerin aus Güstrow wurde als Quiz-Gewinnerin ausgelost. Mit zehn Freunden darf sie demnächst eine Biogasanlage besuchen - dann eine echte.

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