Gajek und Suhr führen Grüne in den Landtags-Wahlkampf : Das Duo für die Wahl

Spitzenkandidaten: Silke Gajek und Jürgen Suhr  Foto:Grüne
Spitzenkandidaten: Silke Gajek und Jürgen Suhr Foto:Grüne

Es ist Reinhard Bütikofer anzumerken - der politische Zeitpunkt für diese Landes- delegiertenkonferenz ist gut. Seine Partei, die Grünen, schwebt auf Bundesebene mitten in einem historischen Umfragehoch.

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07. November 2010, 07:27 Uhr

Neubrandenburg | Renate Künast, die Vorsitzende der Bundestagsfraktion, will Bürgermeisterin von Berlin werden. Ein neuer Castor ist auf dem Weg nach Deutschland, kritisch begleitet auch von nicht wenig Grünen. Und Ex-Parteichef Reinhard Bütikofer steht nun also vor einem halben Hundert Parteifreunden und -freundinnen aus dem einzig verbliebenen Bundesland, in dem seine Partei noch nie im Parlament war.

"Es wird höchste Zeit, dass der schönste Landtag in Deutschland auch die attraktivste Partei beherbergt", sagt Bütikofer. Der Landesparteitag der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern ist vor allem eines: Ein Startschuss für den langen Weg ins Schweriner Schloss. Für den Europaabgeordneten Bütikofer ist der Einzug der Grünen schon jetzt eine sichere Sache, mit einem Ergebnis "näher an den zehn als an den fünf Prozent". Ähnlich optimistisch sieht auch der einzige grüne Bundestagsabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern, Harald Terpe, die Chancen seiner Partei beim Landesvotum. "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Einzug in den Landtag schaffen, und zwar nicht knapp, sondern deutlich."

Die mit 81 Prozent der Stimmen frisch gekürte Spitzenkandidatin Silke Gajek konstatiert, dass für die Grünen in MV die Zeit der außerparlamentarischen Opposition zwar von einigem Erfolg gekrönt gewesen, nun aber endgültig vorbei sei. Eine erste Ansage an die etablierten Kräfte in der Landeshauptstadt liefert sie gleich mit: Eine rot-rot-grüne Koalition unter Helmut Holter (Die Linke) werde es mit ihr nicht geben. Auf Platz 2 der grünen Landesliste kam Jürgen Suhr, der 68,5 Prozent der Stimmen errang. Die Spitzenkandidaten wurden auch in ihren Ämtern als Landesvorsitzende bestätigt.

Bleibt die Frage, ob es den Bündnisgrünen im Land gelingen wird, das aktuelle Hoch in Wählerstimmen und Parteieintritte ummünzen zu können, ohne ur-grünen Ideen dabei untreu zu werden. Reinhard Bütikofer fand ermunternde wie warnende Worte. "Wir haben jetzt eine riesengroße Chance, aber auch eine große Verantwortung. Die Leute kommen zu uns, weil wir sind, wie wir sind. Wir dürfen daher nicht vergessen, auch ihre Sprache zu sprechen." Eine ehrliche Willkommenskultur müsse entwickelt werden, sagt Bütikofer, und der reichliche Applaus der Delegierten ist auch eine Ermunterung ihrer selbst. Denn von der Landesdelegiertenkonferenz in Neubrandenburg bis ins Schloss zu Schwerin ist es noch ein langer Weg.

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