zur Navigation springen

Mitarbeiterin für "alle Fälle" gesucht : Das Bützower Rathaus ist krank

vom

Ein hoher Krankenstand belastet die Arbeit im Bützower Rathaus. Nun will die Verwaltung mit neuen Kräften gegensteuern um langfristige Ausfälle zu kompensieren. Finanziell stellt das für die Stadt keine Problem da.

svz.de von
erstellt am 03.Apr.2013 | 11:00 Uhr

Mit immer weniger Mitarbeitern muss die Verwaltung im Bützower Rathaus auskommen. Das Personal wurde in den zurückliegenden Jahren schon zurückgefahren, Kollegen, die in Ruhestand gingen, nicht mehr ersetzt. Auch die Stundenzahl wurde reduziert. Doch nun kommt ein Faktor hinzu, der so nicht eingeplant war. Bereits im vergangenem Jahr gabt es einen hoher Krankenstand. Allein über 1200 krankheitsbedingte Fehltage bei Mitarbeitern des Rathauses (ohne Bauhof und Hort) mussten registriert werden. In diesem Jahr hat sich die Situation nicht entschärft. "Wir müssen gegenwärtig drei langfristige Ausfälle im Hauptamt, im Sitzungsdienst und im Bauamt kompensieren", sagt Bürgermeister Sebastian Constien. Die Arbeit sei auf breite Schultern verteilt, doch nicht alles können so abgedeckt und gesichert werden. Der Stadt gehe es da, wie vielen anderen Verwaltungen.

Mittlerweile ist eine Situation eingetreten, die nicht mehr ohne neues Personal zu packen sei. Auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses stimmte die Mehrheit der Mitglieder deshalb einer so genannten "Springerstelle" zu. Es soll ein Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterin gefunden werden, die 35 Stunden die Woche flexibel einsetzbar ist. "Damit kann auf Ausfallzeiten der Mitarbeiter in den publikumsnahen Bereichen Einwohnermeldeamt, Kasse, Sitzungsdienst und Bauamt reagiert werden", heißt es in der Begründung. So benötige gegenwärtig das Bauamt besondere Unterstützung. Doch "Er" oder "Sie" solle auch in allen anderen Bereiche nach Bedarf eingesetzt werden. "Wir nehmen auch Quereinsteiger mit Berufserfahrung", so der Verwaltungschef.

"Wir hatten in der Vergangenheit versucht, bestimmte Aufgaben durch externe Kräfte zu erledigen", erzählt Constien. Sprich: Leistungen einkaufen. Doch bestimmte Bauangelegenheiten z.B. seien für ein Architekturbüro aus wirtschaftlicher Sicht nicht lukrativ. Auch der Versuch, über Zeitarbeitsfirmen Personal befristet zu finden, habe keinen befriedigenden Erfolg gezeigt.

Bereits im Februar hatte der Hauptausschuss der Erweiterung des Stellenplans in der Kämmerei um eine halbe Stelle zugestimmt. Dieser Bereich ist seit Monaten durch die Einführung der doppelten Haushaltsführung stark belastet. Und auch dort führen krankheitsbedingte Ausfälle zu zusätzlichen Engpässen bzw. zu Mehrbelastungen der anderen Mitarbeiter. Diesen hohen Druck ein wenig abzufangen, auch das sei ein Grund für die nun zusätzliche Stelle, erklärte Constien im Hauptausschuss. Finanziell stelle das für die Stadt keine Problem da, entfallen doch Lohnzahlungen, die durch die Krankenkassen getragen werden. Im vergangenen Jahr waren das rund 100 000 Euro.

Bei der jetzt zu besetzenden "Springerstelle", die vorerst auf ein Jahr befristet ist, denke man aber auch schon weiter. Denn die Verwaltung habe auch einen hohen Altersdurchschnitt. Bis 2019 gehen mindestens acht Mitarbeiter in den Ruhestand. Mit der Springerstelle bestehe die Möglichkeit, Fachkräfte gezielt als Nachfolger einzuarbeiten. Dabei gehe man davon aus, dass auch in den kommenden Jahren immer wieder Ausfälle durch Krankheit zu kompensieren seien.

All dem möchte man nun langfristig entgegenwirken.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen