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Damals und heute: 20 Jahre Einheit in Zahlen

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erstellt am 30.Sep.2010 | 08:59 Uhr

Leipzig | Ob Wirtschaftsentwicklung, Arbeitsmarkt oder Familienplanung: Die deutsche Wiedervereinigung hat in Ostdeutschland eine gewaltige Umwälzung in Gang gesetzt. Dass nach 20 Jahren zum Beispiel die Arbeitslosenzahlen und das Einkommen in Ost und West noch deutlich auseinander klaffen, ist bekannt. Überraschender ist dagegen so mancher Randaspekt, wie Zahlen des Statistischen Bundesamts und diverse Studien belegen.

Telefone: 1988 stand nur in rund 17 Prozent der DDR-Haushalte ein Fernsprechgerät. Heute gibt es im Osten in 99 Prozent aller Haushalte ein Festnetztelefon - wie im Westen.

Fernseher: Mit Fernsehgeräten ist der Osten heute sogar etwas besser ausgestattet.

Haushaltsgeräte: 1993 hatten gerade mal drei Prozent der ostdeutschen Haushalte einen Geschirrspüler, bis 2008 stieg der Anteil auf 55 Prozent, im Westen auf 64 Prozent. Auf einen Wäschetrockner verzichten viele Ostdeutsche - anders als die Menschen im Westen.

Wasserverbrauch: Im Osten wird mehr Wasser gespart.

Müll: Die Menge an Haus- und Sperrmüll ist in allen Bundesländern seit 1990 stark gesunken. In MV erzeugte ein Einwohner im Jahr 2007 etwa 429 Kilogramm Müll.

Wohnfläche: In den neuen Ländern und Berlin wohnte ein Mensch 2006 auf durchschnittlich 38,6 Quadratmetern, im Westen waren es 44 Quadratmeter. 1989 standen im Osten jedem Einwohner im Schnitt nur 27,6 Quadratmeter zu.

Bauland: Ein Quadratmeter Bauland kostete 1992 im Osten im Schnitt 13,90 Euro, im Westen 64,71 Euro. Der Abstand hat sich bis 2008 zwar verringert, Bauland ist im Osten aber immer noch billiger. In MV kostete der Quadratmeter 2008 im Durchschnitt 24,90 Euro.

Lebenserwartung: Die Lebenserwartung ist in Ostdeutschland gestiegen. 1991/93 trennten die neugeborenen Jungen in Ost und West noch drei Jahre und drei Monate, bei den Mädchen waren es zwei Jahre und vier Monate. Bis 2006/08 verringerte sich die Differenz für Jungen auf ein Jahr und vier Monate, für Mädchen auf drei Monate.

Geburtenrate: Im Osten sinkt die Geburtenrate rasanter. 2008 lag das Geburtenniveau im Westen um 22 Prozent unter dem von 1990. Im Osten ist ein Minus von 38 Prozent zu verzeichnen. Waren es in MV 1990 noch 23 503 Geburten, so schlägt 2008 mit 13 098 zu Buche.

Bevölkerung: In puncto Bevölkerungsrückgang gehört MV zur traurigen Spitze. Seit 1990 hat sich die Einwohnerzahl auch durch Abwanderung um etwa 250 000 verringert.

Ost-West-Migration: Migranten aus Ostdeutschland, die im Westen leben, leiden laut einer Studie der Uni Leipzig in höherem Maße an psychischen Beschwerden und Depressionen als West-Ost-Migranten.

Infektionen: Während bei Masern, Malaria und Tuberkulose die Erkrankungen im Westen deutlich höher liegen, häufen sich laut Robert-Koch-Institut im Osten Magen-Darm-Infekte.

Vereinssport: Im Saarland gehören etwa 40 Prozent der Einwohner einem Sportverein an. In den neuen Ländern sind es nur zwölf bis 16 Prozent.

Tourismus: Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen 20 Jahren bei den Übernachtungszahlen um mehr als 200 Prozent zugelegt. Die Hälfte der westlichen Bundesländer musste im selben Zeitraum Rückgänge hinnehmen.

Ökolandbau: Mecklenburg-Vorpommern ist mit Abstand Spitzenreiter beim ökologischen Landbau. Mehr als ein Achtel der Agrarbetriebe arbeiten hier nach ökologischen Standards.

Kinderbetreuung: In den neuen Bundesländern liegt die Betreuungsquote bei Kindern unter drei Jahren durchschnittlich bei 45 Prozent, im Westen bei 15 Prozent. In MV wurden 2007 etwa 16 700 Kinder unter drei Jahren betreut.

Eheschließungen: Im Westen ist die Zahl der Hochzeiten seit 1991 um 22 Prozent gesunken, im Osten um 33 Prozent gestiegen.

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