Vertreter vom Friluftsråd besuchten Sternberger Region : Dänen holen sich Tipps im Seenland

Dänen staunen über  den berühmten Sternberger Kuchen, fossilreiches Sandstein. Jan Lippke (r.) führte die Gäste gestern Morgen durch das Besucherzentrum des Naturparks in Warin. Michael Beitien
Dänen staunen über den berühmten Sternberger Kuchen, fossilreiches Sandstein. Jan Lippke (r.) führte die Gäste gestern Morgen durch das Besucherzentrum des Naturparks in Warin. Michael Beitien

Was bringt der Naturpark? Ziehen dadurch mehr Menschen in die Region? Was machen die Ranger? - Diese und viele andere Fragen stellten 14 Dänen am Mittwoch und Donnerstag in Warin.

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20. Mai 2011, 11:05 Uhr

Was bringt der Naturpark? Ziehen dadurch mehr Menschen in die Region? Was machen die Ranger den ganzen Tag? - Diese und viele andere Fragen stellten 14 Dänen am Mittwoch und Donnerstag in Warin. Die Frauen und Männer aus ganz Dänemark gehören zum Friluftsråd (Freiluftrat), einer Dachorganisation aus Vereinen und Verbänden im grünen Bereich, erklärt Jan Lippke, der stellvertretende Leiter des Naturparks Sternberger Seenland. "Sie wollen darum kämpfen, dass in Dänemark Naturparke ausgewiesen werden." Dafür gebe es derzeit im Nachbarland keine gesetzlichen Grundlagen.

Die Dänen besuchten drei Naturparke in Deutschland: das Bourtanger Moor an der holländischen Grenze, die Holsteinische Schweiz und schließlich das Sternberger Seenland. "Damit haben sie sich das Beste zum Schluss aufgehoben", meint Lippke. Das Sternberger Seenland hat den Vorteil, dass es dünner besiedelt und nicht so erschlossen ist wie andere Regionen in Deutschland.

Nach einer langen Diskussionsrunde am Mittwochabend in Warin, an der u.a. auch Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt, der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes Sternberger Endmoränengebiet Bernhard Schulz und der Vorsitzende des Naturparkfördervereins Sven-Eric Muskulus Rede und Antwort standen, begann der ges trige Tag mit einer Besichtigung des

Besucherzentrums in Warin. Von hier aus entführten die Ranger die Skandinavier zu zwei der Perlen im Sternberger Seenland: ins Warnow-Durchbruchstal bei Groß Görnow und ins Glasermoor bei Kritzow.

Im größten Durchbruchstal von Mecklenburg-Vorpommern bei Görnow konnten die Dänen quasi auf den Spuren der Eiszeit wandeln. Rangerin Margot Rossow machte auf die besondere Tier- und Pflanzenwelt aufmerksam. "Die Blaue Prachtlibelle schwirrt schon", so die Rangerin. "Die Schwarzspechte sind zu hören. Die Ährige Teufelskralle blüht noch." Viele Frühlingsblüher, die typisch für die Durchbruchstäler sind, sind dagegen inzwischen verblasst. Bei Groß Görnow wachsen beispielsweise der Hohle Lerchensporn, die Waldschlüssel- und die Leberblümchen.

Am Nachmittag ging die Exkursion mit Ranger Mario Krüger durch das Glasermoor bei Kritzow: ein Kesselmoor in bester Ausprägung im Endmoränen gebiet. Sehr gut lässt sich hier erkennen, wie im hauptsächlich vom Regenwasser gespeisten Moor die Nährstoffe vom Rand zur Mitte immer mehr abnehmen. In der Randzone des Moores blühen Schlangenwurz (Sumpfcalla) und Sumpfschwertlilie. Weiter im Zentrum sorgen die Fruchtstände des Schneidigen Wollgrases für ein interessantes Bild. "Es sieht aus wie auf einer Baumwollplantage", erklärt Krüger. Der Rundblättrige Sonnentau blüht auf kargstem Boden. Er fängt Insekten, um daraus Nährstoffe zu gewinnen.

Das Glasermoor sei ein Beispiel, dass selbst solche kleinen Moore entwässert wurden, um Grünzeug anzubauen, so Krüger. Mittlerweile wurde ein Entwässerungsgraben geschlossen, das Moor renaturiert. Diese Naturlandschaft steht auch für die Ausbreitung des

Bibers im Sternberger Seenland. Zum Glasermoor ist er zwei Kilometer über Land gezogen, um sein neues Revier zu besetzen. Kein schöner Anblick sind derzeit die umgestürzten Bäume im Revier. "Der Biber hat bös an den Buchen zugeschlagen", sagt Krüger. Die Menschen haben dazu beigetragen, meint er. Denn die ursprünglichen Buchenwälder reichten nicht so nahe an die Wasserläufe.

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