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Betreiber des Pampower Kleintierfriedhofs : Da liegt der Hund begraben

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Die beiden Betreiber des Tierfriedhofs haben schon im November bemerkt, dass jemand hier illegal etwas vergraben haben muss. Doch zu dieser Zeit war der Boden gefroren, zu hart um zu graben.

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erstellt am 22.Jan.2011 | 11:24 Uhr

Jan Drewke drückt den Spaten in die etwas feuchte Erde des Pampower Kleintierfriedhofs. Nach etwa einem halben Meter stößt der Spaten auf Holz. "Eine Kiste", murmelt Stephan Rohde. Die beiden Betreiber des Tierfriedhofs haben schon im November bemerkt, dass jemand hier illegal etwas vergraben haben muss. Doch zu dieser Zeit war der Boden gefroren, zu hart um zu graben.

Nun hat es getaut. Und die beiden Brüder sind gespannt, was in der Kiste aus Sperrholz sein mag. Drewke stülpt die Box mit dem Spaten auf. Darunter liegt ein leicht verwester Hund mit schwarz-weißem Fell auf einer Decke mit Zebramuster. Ein kleiner Mischling. Ein fauliger Geruch strömt aus dem Erdloch. Die Brüder verziehen ihre Gesichter. Jan Drewke streift weiße Gummihandschuhe über seine Hände und packt das steife Tier an den Pfoten. Er zieht es nach oben und legt es auf eine schwarze Plastikplane. Unter dem Kopf des Hundes liegt ein neongelber Tennisball. Anscheinend das Lieblingsspielzeug des toten Hundes. "Jetzt haben wir auch einen Verdächtigen", sagt Stephan Rohde lachend und macht eine Kunstpause: "Boris Becker".

Drewke und Rohde können kaum fassen, dass jemand illegal seinen Hund auf ihrem Friedhof vergraben hat. "Das muss eine Nacht-und-Nebel-Aktion gewesen sein", vermutet Jan Drewke. Sicherlich habe der Hundebesitzer eine Schubkarre benötigt, um die übrig gebliebene Erde fortzuschaffen. Auch dürfte die Arbeit mindestens eine Stunde gedauert haben. "Das ist einfach nicht in Ordnung", sagt Stephan Rohde. Ein Tier zu vergraben sei illegal, es auf dem Tierfriedhof zu tun, sowieso. Die beiden ziehen auch deshalb in Erwägung, Strafanzeige zu erstatten.

Noch aber wollen die Brüder dem Tierbesitzer Zeit geben, sich freiwillig zu melden. "Wir können über alles sprechen und es würde uns freuen, wenn wir zusammen eine vernünftige und für beide Seiten zufrieden stellende Lösung finden würden", sagt Jan Drewke. Der Kadaver kommt nun in die Kühlung und wird, sollte sich niemand melden, einem Tierkörperbeseitiger übergeben. "Das wäre wahrscheinlich nicht im Sinne des Halters, auch deshalb wollen wir ihm die Möglichkeit geben, sich zu melden", so Drewke. Es ist der erste Fall einer illegalen Bestattung auf dem Friedhof. Drewke und Rohde hoffen, dass es auch der einzige bleibt.

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