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Erste Aktion dieser Art in Mecklenburg-Vorpommern : Crivitzer pflanzen Trinkwasserwald

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In der Nähe des Waldschlösschens wächst seit gestern ein Trinkwasserwald. 100 Jugendliche der Regionalen Schule pflanzten 12 500 Rotbuchen. Diese sollen den Wasserhaushalt in der Region verbessern.

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erstellt am 01.Apr.2011 | 12:26 Uhr

Crivitz | In der Nähe vom Crivitzer Waldschlösschen wächst seit gestern ein Trinkwasserwald. 100 Mädchen und Jungen von der Regionalen Schule pflanzten 12 500 junge Rotbuchen - unter Anleitung von Fachleuten und gemeinsam mit weiteren Helfern. Auf einer Fläche von 2,5 Hektar sollen diese nun unter alten Kiefern heranwachsen und den Wasserhaushalt in der gesamte Region verbessern. "Laubbäume sind Wasserwerke", erläutert Hans-Jürgen Heine, Förster im Ruhestand und Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadt Crivitz. Die Buchen holen deutlich mehr Wasser aus dem Waldboden als Nadelbäume, sammeln es in den Wurzeln und lassen es später verdunsten. Dieses Wasser kommt so nicht nur in den natürlichen Kreislauf, es wird von den Bäumen auch gereinigt. "In so einem Wald werden

80 Liter Trinkwasser pro Quadratmeter hergestellt", ergänzt Alexander Pillath vom Verein Trinkwasserwald. Der neu gepflanzte Wald bei Crivitz würde so den Trinkwasser-Jahresbedarf von 20 Menschen decken.

"Ressourcen schaffen - Trinkwasser pflanzen" heißt daher auch das Motto dieser Aktion, die es seit 2008 gibt. Dafür haben sich der Verein Trinkwasserwald aus Hamburg und der Getränkehersteller Bionade aus Unterfranken zusammengetan. "Trinkwasser ist der Hauptbestandteil jedes Getränkes - und eine knapper werdende, lebenswichtige Ressource", betont Bionade-Geschäftsführer Peter Kowalsky. Seine Firma unterstützt dieses Projekt, um ein Zeichen für die Nachhaltigkeit zu setzen - im Umgang mit Wasser und bei der Wissensvermittlung an Kinder. Denn bevor die Fünft- und Sechstklässler aus Crivitz gestern zu Spaten und Setzlingen griffen, haben sie sich im Unterricht mit dem Thema Wald und Wasser beschäftigt. "Dass Bäume wichtig sind, wusste ich", erzählt Lea Schröder (10). "Aber dass sie so viel können nicht." Lea will auf jeden Fall wieder in den Trinkwasserwald kommen und gucken, wie "ihre" Bäume gedeihen: Diese werden mit Schildern gekennzeichnet. Auch Louis Axmann (11) ist stolz darauf, bei der Aktion dabei zu sein. Er war erstaunt, wie schwer das Bäumepflanzen trotz der Vorarbeiten durch die Förster ist: "Ganz oft stören alte Wurzeln." Diese Wurzeln gehören zu den Kiefern, von denen einige noch hier stehen. Die alten Bäume bilden einen schützenden Schirm für die Buchensetzlinge, erläutert Christian Lange, Leiter des Forstamtes Friedrichsmoor. In der Waldlewitz wird schon seit Jahren der Wald "umgebaut" - unter alten Nadelbäumen werden junge Laubbäume gesetzt. So verschwinden Monokulturen, der Wald wird lebendiger und gesünder. Auch der zuständige Revierförster An dreas Gossel freut sich, dass dieser Trinkwasserwald in seinem Bereich gepflanzt wurde.

In Deutschland gibt es inzwischen elf solcher Wälder mit zirka 170 000 Bäumen auf 60 Hektar Land. Der Crivitzer ist der erste seiner Art in MV. Pro Jahr entstehen zwei neue Trinkwasserwälder. Die Initiatoren sind offen für weitere Mitstreiter. "Wir alle brauchen Wasser - und fast jedes Firma verbraucht es", betont Kowalsky.

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