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In Heringsdorf mixen Barkeeper die besten Drinks der Saison : Cocktail-Zauber am Ostseestrand

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Die Drinks der Saison seien sommerlich leicht, fruchtbetont und besonders aromatisch, sagt Chef-Barkeeper Schilling vom Heringsdorfer Maritim-Hotel, das am Sonntag zum 6. Baltic Cocktail Competition geladen hatte.

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erstellt am 19.Jul.2011 | 12:08 Uhr

Er hat es zur Perfektion gebracht. Wenn Marian Krause seine ausgefallenen Drinks kreiert, wirbeln bis zu fünf Flaschen und Shaker gleichzeitig bis in drei Meter Höhe nur so durch die Luft. Scheinbar mühelos jongliert der gebürtige Greifswalder und macht dazu noch seine Witzchen. "Man darf die Cocktails eben nur nicht selbst trinken, dann behält man auch den Überblick", sagt er augenzwinkernd und fängt die fliegende Barcadi-Flasche sicher wieder auf.

Mit seinen erst 20 Jahren ist Krause kürzlich Deutschlands Nachwuchs-Barkeeper 2011 geworden. Am Kölner Rudolfplatz steht er in der Bar "Spirits" hinter dem Tresen. Selbstständig gemacht hat er sich mit einem eigenen Cocktail-Catering. Gestern zauberte er für Gäste am Strand von Heringsdorf seinen "What ever Part-Two", einen spritzigen Wodka-Tonic-Drink mit Ananas, Minze und Vanille-Sirup.

Die Drinks der Saison seien sommerlich leicht, fruchtbetont und besonders aromatisch, sagt Chef-Barkeeper Thomas Schilling vom Heringsdorfer Maritim-Hotel, das am Sonntag zum inzwischen schon 6. Baltic Cocktail Competition geladen hatte. Dieses Mal kamen Barkeeper aus Polen, Finnland, Schweden, Estland, Deutschland und ausnahmsweise sogar aus Österreich, um an der Konzertmuschel von Heringsdorf ihre ganz eigenen Kreationen dem Urlauberpublikum zu präsentieren.

Für ihre Sunshine-Cocktails stand den Meistern ein begrenzter Waren-Korb zur Verfügung, gefüllt mit Wodka, diversen Likören, Fruchtsirupen, Pürees und frischen Früchten der Saison. "Nicht ganz einfach", sagt Katharina Hugo, die nach ihrer Ausbildung auf Usedom als Hotelfachfrau zur Bardame avancierte und in Heringsdorf zum ersten Mal antrat. Aber mit den vorgegebenen Reagenzien hätten eben alle 25 Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen.

Der ausgefallene Wettstreit sei eine ideale Gelegenheit, mit netten Kollegen aus anderen Ländern über neue Trends zu fachsimpeln, findet Aime Löpp aus Estland, die schon das vierte Mal auf Usedom dabei ist. Hinter ihrer Bar im Tallinner Night-Club "Hollywood" kündet schon ein Pokal vom dritten Platz, den sie im vergangenen Jahr in Heringsdorf erstand. Dieses Mal stellte sie der Jury ihre "Primadonna" zur Probe, eine mit Zitronengras garnierte Komposition aus Saurem-Apfel-Bols, Erdbeer-Sirup und Blutorange.

Für die Jury, unter ihnen die Chefs nationaler Barkeeper-Verbände, zählten nicht allein Aussehen, Aroma und Geschmack. "Wer ordentlich punkten will, der muss die vier Cocktails auch in einer vorgegebenen Zeit und absolut sauber herstellen", erklärt Jarkko Salonen, Vize-Chef der Finnischen Barkeeper-Union. Sauber, das heißt, nicht kleckern, Schmelzwasser abgießen, fachgerechtes Abmessen der Zutaten und sicheres Garnieren mit Zange statt mit bloßen Fingern. Das entscheidende Urteil fällten schließlich Urlauber, die in wechselnden Besetzungen hinter verschlossenen Türen die anonymisierten Drinks bewerteten. Erstaunlich, welche Kreativität die Barkeeper hinlegten, sagte Sabine Zöllner. Als Besucher einer Bar achte man ja für gewöhnlich weniger auf Details und die hohen Ansprüche der Branche. Das Finale sollte am Abend ausgetragen werden.

Kritikern, die das Heringsdorfer Barkeeper-Fest mit einer Art Werbeaktion für Koma-Saufen in Verbindung setzen wollten, widersprachen die Veranstalter. "Wir haben ja gesehen, dass die harten Sachen mit viel Alkohol längst nicht mehr so en vogue sind", sagt Organisator Lars Lindemann. Zudem sei dieses Mal die Polizei mit einem Präventionsstand vor Ort gewesen, an dem sich Besucher über den vernünftigen Umgang mit Alkohol informieren konnten. Mit einer Rauschbrille, die durch spezielle Prismeneinsätze einen übertriebenen Alkoholgenuss vortäuschte und zu unkoordinierten Bewegungen führte, durften sie einen kleinen Geschicklichkeits-Parcours absolvieren. Das Torkeln löste bei Beobachtern Gelächter und Nachdenklichkeit aus.

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