„City of Rostock“ getauft

Die Fluggesellschaft Germanwings hat gestern die Linie Rostock-Köln in Betrieb genommen. Damit ist die Region nun nach München mit einer zweiten Millionenmetropole verbunden.Drei Maschinen pro Woche stehen auf dem Flugplan. Germanwings strebt schon in der ersten Saison eine Auslastung von 80 Prozent an. Die erste Maschine wurde auf den Namen „City of Rostock“ getauft.

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01. Mai 2008, 09:14 Uhr

Laage - Am Rollfeld herrscht Volksfeststimmung, als die Motoren zu hören sind und der erste Airbus aus Köln zur Landung ansetzt. Für 12.15 Uhr steht die Maschine auf dem Flugplan. Aber beim ersten Anflug auf Rostock-Laage ist sie ein paar Minuten zu früh. Die Fluggesellschaft Germanwings hat gestern den Betrieb der Linie Rostock-Köln/Bonn aufgenommen, beobachtet von mehr als 500 Schaulustigen.

Rostocks „First Lady“ Annegret Methling, Ehefrau von Oberbürgermeister Roland Methling, taufte die erste Maschine kurz nach ihrem Jungfernflug auf den Namen „City of Rostock“: „Ich wünsche dir, deiner Crew und deinen Passagieren always happy landings.“ Der Airbus A 319 war erst am Montag vom Werk ausgeliefert worden, so Flughafensprecherin Petra Proba. Ihren ersten Flug von Köln nach Rostock schafften Kapitän Ralf Jaeger und Copilotin Claudia Steinweg bei einer Geschwindigkeit von 970 Kilometern pro Stunde, Rückenwind und schönem Wetter in 45 Minuten. Flughafenchefin Maria Muller begrüßte die ersten 149 Passagiere am Boden. Zehn stiegen direkt in eine bereit stehende Cesna Caravan um, die als Anschlussflug nach Güttin auf der Insel Rügen etabliert werden soll.

Drei Verbindungen pro Woche
Bis Oktober will Germanwings jeweils donnerstags, freitags und sonntags eine Maschine vom Typ A 319 pro Richtung einsetzen. Damit fliegt erstmals ein großes Verkehrsflugzeug im Liniendienst in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kölner Fluggesellschaft strebt nach Angaben von Geschäftsführer Thomas Winkelman schon in der ersten Saison eine Auslastung von 80 Prozent an. Das Angebot zielt vor allem auf Wochenendpendler und Touristen. „Die ,City of Rostock’ ist ein bedeutender Werbeträger für unsere Stadt“, sagt Oberbürgermeister Methling. Taufpatin Annegret Methling will auf jeden Fall noch in diesem Jahr ihre Flugangst überwinden – und die neue Linie für einen Wochenendtrip in die Rheinmetropole testen.


Nachgefragt



Stockholm ist das nächste Ziel

Was bringt die neue Fluglinie nach Köln für Rostock?

Maria Muller: Sie bedeutet, dass man zum ersten Mal mit einem günstigen Ticket aus der Region Rhein-Ruhr nach Mecklenburg-Vorpommern fliegen kann, wofür man vorher sieben bis acht Stunden Autofahrt einplanen musste. Damit werden für die Menschen Wochenendurlaube an der Ostsee möglich. Und diese Kurztouristen werden von den Hoteliers im Land besonders geschätzt, denn sie lassen in recht kurzer Zeit viel Geld da. Das kurbelt die ganze Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern an.

Wie sieht die Zukunft auf dem Flughafen Rostock-Laage aus?
Muller: Bereits am 4. Juni wird auch Ryan-Air den Betrieb einer Fluglinie bei uns aufnehmen, und zwar nach Stockholm. Unsere Strategie ist es, auch den Flughafen Stuttgart, das Rhein-Main-Gebiet sowie Dänemark und die Schweiz mit Linienflügen zu erschließen. Wir suchen mit Hochdruck Reiseveranstalter, die mit uns den Weg gehen wollen. Germanwings soll in der Hinsicht eine Referenz für den Flughafen werden.

Welche Bedeutung hat der Name „City of Rostock“?
Muller: Damit transportieren wir ein Stück Selbstbewusstsein der Region nach außen. Davon brauchen wir noch mehr, um zu zeigen, dass Meclenburg-Vorpommern etwas Tolles ist und ganz viel Tolles hat. Das wünsche ich mir.

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